Montag, 13. November 2017

Der Con-Marathon Teil 3: Von Serienkillern und Horrorpunks

Wir waren irgendwo bei Güterslöh, als die Erinnerung einsetzte. Ich weiß noch, dass ich so was sagte wie: "Wir fahren jedes Mal die selbe, verdammte Strecke. Langsam kenne ich hier jeden Baum."
Und schon bald werde ich diese Strecke ein weiteres Mal fahren, denn ich habe mich dazu entschlossen, auch noch die Comic Con in Dortmund zu besuchen.
Mein Kumpel Laurent und ich waren bereits bei der FearCon in Bonn, beim Weekend of Hell in Dortmund und am 12.11.2017 verschlug es uns zum House of Horrors in Oberhausen. Die Konkurrenz ist also groß, und das merkt man manchmal an den doch geringen Besucherzahlen. Interessante Stargäste und abwechslungsreiche Programme gab es aber bisher immer. So auch in der Turbinenhalle, wo wir für EMP mit der Horrorpunkband "The Other" ein Video drehen und bei dem ich als Tontechniker einspringe.

In Oberhausen angekommen, haben wir zunächst eine Stunde Zeit, uns umzusehen und schon mal Autogramme von Stargästen einzusammeln. Besonders interessieren mich Tom Savini und Adrienne King, die beide an "Friday the 13th" mitgewirkt haben. Ich bin ohnehin schon lange ein Fan von Savinis Effekten für Horrorfilme und freue mich, ein Bild mit seiner Signatur über meine DVD-Sammlung hängen zu können. Adrienne King erzähle ich, dass ich mich am Ende von "Friday the 13th" fast zu Tode erschreckt habe, was sie scheinbar ziemlich witzig findet, aber dann sagt sie mir, dass es vielen so geht. Zum Beispiel ihrer Mutter bei der Testvorführung des Films. Sie muss wohl ähnlich aus dem Sitz gesprungen sein wie ich.

Autor und Herausgeber Alexander Knörr ist ebenfalls mit einem Stand vertreten, an dem er zusammen mit seiner Frau Schmuck und natürlich auch seine Anthologie "Karneval des Todes" verkauft, in der ich mit einer Kurzgeschichte vertreten bin. Als nächstes läuft mir Autorenkollege Marc Hartkamp über den Weg, mit dem ich bereits in mehreren Anthologien vertreten bin. Unter anderem sogar in der eben genannten. Es hat mich sehr gefreut, die Beiden endlich mal getroffen und Zeit zum Plaudern gehabt zu haben.

(Autorentreffen: Meine Wenigkeit, Alexander Knörr, Marc Hartkamp.)

Backstage treffen wir die Mitglieder von "The Other". Es ist schon verdammt merkwürdig, mit ihnen in einem Raum zu stehen, wo ich sie doch erst an Halloween live in Köln vor gut 800 Zuschauern auf der Bühne gesehen habe. Ich möchte nicht an dem düsteren Image der Band kratzen, aber die Mitglieder sind weitaus netter, als ihre Texte vermuten lassen. 
Wir begleiten aber nicht nur die Band, sondern auch einen glücklichen Gewinner und seine Frau, der bei EMP einen Rundgang mit "The Other" und Fotoshoots mit den Stargästen gewonnen hat. Während Laurent die Kamera hält, trage ich das Richtmikrofon und Kopfhörer. Und während wir so durch die Hallen gehen, frage ich mich, warum mich alle so komisch ansehen. Ach, wahrscheinlich wegen dem Equipment. Oder wegen der Kamera? Könnte auch an den vier geschminkten und verkleideten Gestalten liegen, mit denen ich unterwegs bin. 

(Ungeschminkt und unrasiert, aber ich durfte trotzdem mit aufs Foto)
Schon während des Rundgangs bekommen wir viel zu sehen. Tony Moran, der 1978 in John Carpenters "Halloween" Michael Myers spielte, versucht sich als Tätowierer ohne Erfahrung und legt sich danach noch selber unter die Nadel. Wie schon erwähnt, durften die Gewinner auch zu den Fotoshoots, also begleiteten wir sie alle zusammem zu Tom Savini, Adrienne King, Tony Moran, Steve Dash und Larry Zerner. Letzterer läuft der Band hinterher, um sich mit ihnen eines ihrer Videos auf dem Handy anzusehen. Fun Fact: Der Opener auf dem aktuellen Album von "The Other" heißt "Party at Crystal Lake" ... Na? Naaaa? 

(Ich wollte das Foto "Tony Moran an der Nadel" nennen, aber ich traue mich nicht ...)
Während ich anfangs noch keine Ahnung habe, was ich da als Tontechniker eigentlich tue und Blut und Wasser schwitze, dass alles gut läuft, beruhige ich mich irgendwann, versuche nicht im Weg zu stehen oder ins Bild zu laufen. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist. Sonst nennen wir das Video einfach: "The Other, ein glücklicher Gewinner und der Tontechniker". Klingt wie ein Spagetthiwestern. 
Nachdem das Video abgedreht ist, nutze ich die Gelegenheit, mir meine "Casket Case" CD von "The Other" signieren zu lassen. Danach beginnt für Laurent und mich ein ganz normaler Tag auf der Con. Aber irgendwie sind solche Tage nie ganz normal. 

(Im "Dawn of the Dredd" Pulli neben Tom Savini stehen. Kann ich.)
Denn als wir das Kamera- und Tonequipment nach draußen bringen wollen, sind wir noch einmal kurz backstage. Bis auf den Clown der Band sind bereits alle gefahren. Während wir uns mit ihm unterhalten, kommt Tony Moran wieder einmal vorbei und gleich darauf Steve Dash, welcher im zweiten Teil von "Friday the 13th" als Stunt Double im Kostüm von Jason Vorhees agierte. Wegen eines Fotoshoots marschiert er zuerst in voller Verkleidung an uns vorbei, verschwindet in einem Raum, um sich umzuziehen und kehrt in zivil zurück. Tony Moran fragt ihn, was er so lange darin getrieben und ob er ein Schläfchen gehalten hat. Es beginnt eine spaßig gemeinte Auseinandersetzung mit viel "Fuck you!". Quasi ein "Michael vs. Jason" und ich begreife gerade, dass ich mit den beiden im selben Raum stehe, da wendet Steve sich an mich.
Steve Dash: "Fuck him!" 
Ich: "No, thanks."
Steve Dash: "Fuck him."
Ich: "No, thanks."
Steve Dash an Tony Moran: "Fuck you."
Und schließlich an mich: "And you know what? Fuck you, too!"
Während er von dannen zieht, bleibe ich begeistert zurück und sage: "Jason Vorhees hat mich gerade beleidigt. Wie geil ist das denn?"

(Ein Autogramm für Laurent und ein "Fuck you" für mich. Wer da wohl gewonnen hat?)

(Schnappschuss mit Filmregisseur Timo Rose.)

Nachdem das Equipment im Auto verstaut ist, gehen wir auf die Börse. Begleitet werden wir vom Clown der Band, welcher mit Filmproduzent/Fotograf Sascha Goldbach (ItWaitsArt) und seiner Freundin Sabrina später mitfahren wird. Bei unserem "Einkaufsbummel" bleibt also viel Zeit zum Quatschen. Über Filme, Musik usw. Ein paar DVDs oder BluRays werden mitgenommen. Die Auswahl ist großartig, aber der Geldbeutel sitzt nach zwei anderen Cons und vor einer finalen dann auch nicht mehr so locker wie vorher. "Waxworks" wollte ich aber schon seit Jahren mal sehen und John Carpenters "Vampire" hab ich viel zu lange nicht mehr gucken können. 

(Kleine, aber feine Ausbeute)
(Ihr dürft euch aussuchen, wer der Fotocrasher ist.)
In der Halle, in welcher die Stargäste sitzen, sehen Tom Savini und Larry Zerner jemandem bei einem Videospiel zu. Zwar kann ich nicht mit Sicherheit sagen, welches es war, aber ich tippe mal auf das Game zu "Friday the 13th" ...

(Was Zerner (ganz links) und Savini (gleich daneben), sich da wohl ansehen?)
Verrückt wird es, als wir in geselliger Runde stehen, Vernon Wells aus "Mad Max 2" Erdnüsse mampfend neben uns stehen bleibt, alle kurz ansieht und dann kopfschüttelnd davongeht. Solche Con-Momente liebe ich. 
Kurz vor Aufbruch kehrt unser geschminkter Wegbegleiter ungeschminkt zurück. Jedenfalls glaube ich, dass er es ist ... Ich hab ihn ja noch nie zuvor ohne Maske gesehen.
Wir verabschieden uns von ihm, Sascha und Sabrina und gehen danach alle in die gleiche Richtung. Wie es sich gehört. 
Im Auto quatschen Laurent und ich über den vergangenen Tag und tauschen, wie inzwischen üblich, unnützes Filmwissen aus. Für viele mag es Quatsch sein, aber wir können uns stundenlang über Fakten unterhalten, wie zum Beispiel, dass Jason Vorhees nur deswegen die Hockeymaske trägt, weil bei den Requisiten für den dritten "Friday the 13th" der Sack vergessen wurde, den Jason im zweiten Teil über dem Kopf getragen hat. So, habt ihr dank Laurent noch was dazu gelernt. Vielleicht drehen wir irgendwann ein Serie und nennen sie "Die Sendung mit dem Laurent".

(Die etwas größere Ausbeute.)
Aber vorher besuchen wir noch die Comic Con in Dortmund. 
Falls euch mein Bericht gefallen hat, findet ihr hier meinen Text zur FearCon in Bonn und hier die Zusammenfassung zum Weekend of Hell in Dortmund. 

Bis dahin, 

Thomas.

Montag, 6. November 2017

Der Con-Marathon Part 2: Zwischen Chromeskull und Leatherface

Der Con-Marathon von meinem Kumpel Laurent und mir geht in die zweite Runde. Nachdem wir die FearCon in Bonn unsicher gemacht haben, suchten wir am 05.11 das Weekend of Hell (WOH) in Dortmund heim. Unterwegs sagt mir Laurent, dass er viele Leute kennen wird. Etwas, das ich inzwischen von Buchmessen kenne und weiß schon, worauf er hinauswill. Man möchte seine Begleitperson nicht vernachlässigen, aber auf dem WOH gibt es sicher genug zu sehen, dass ich mich auch mal alleine beschäftigen kann. Wenn nicht, werfe ich mich halt so lange schreiend und tobend auf den Boden, bis ich etwas geschenkt bekomme. Oder bis ich mit DVDs von "Der Exorzist" beworfen werde. Je nachdem, was zuerst passiert.
(Der kam nicht in Frieden.)
 Und direkt vorm Eingang trifft Laurent einen Bekannten. Hätte er im Laufe des Tages für jede Bekanntschaft einen Euro bekommen, wären seine Kosten für die Con wieder drin, schätze ich. In der Halle beginnt mein Geldbeutel bereits bitterlich zu weinen, als ich als das Merchandise zu Predator, Alien, Evil Dead und anderen Klassikern sehe. Bei dem Anblick von ein paar Figuren werde ich fast schwach, aber erstmal wollen wir uns umschauen.

(Skeptisch und manisch liegen dicht beieinander ...)
An seinem Stand treffe ich den Illustrator Martin Schlierkamp, den ich bereits von anderen Conventions kenne und er lobt das WOH, auf dem er zum ersten Mal ausstellt. Überhaupt höre ich nur Gutes von Ausstellern und Gästen, bzw. ich höre auch, dass die Veranstalter offen für Verbesserungsvorschläge sind, sollte es doch mal einen Kritikpunkt geben. Auch ich kann schon mal verraten, dass es ein großartige Convention war, auf der viel geboten wurde.
Einen Gang weiter kommen wir am Stand von Ultratrash an. Ich liebe die Idee T-Shirts zu imaginären Grindhousefilmen zu kreieren und sehe bereits neue Designs, die mir gefallen. Auf der FearCon hatte ich mir mein erstes Shirt von ihnen geholt und es wird nicht das letzte gewesen sein.
Leute in den Anzügen der Ghostbusters, Zombies und eine Marshmallowfrau ziehen an uns vorbei. Zwei Pennywise' mischen unter das Volk, Ash Williams und eine Frau mit blutiger Schürze fallen mir auf. Man kann sich vor Kulissen zu The Walking Dead fotografieren lassen, es gibt einen DVD-Bereich, Artbooks, T-Shirts, sogar Indiefilmer können ihre neusten Werke vorstellen.

Und natürlich sind da noch die Stargäste für Autogramme und Fotos. Nicht gerade wenige. Bekannte Gesichter aus Alien, Saw, Texas Chainsaw Massacre (2003), Laid to Rest, Insidous und so weiter. Die längste Schlange ist aber ununterbrochen bei Danny Trejo. Und es sieht so aus, als würde diese überhaupt nicht kürzer werden. Ich habe ein Ticket für ein Photoshooting mit ihm und merke mir, dass ich rechtzeitig da sein sollte. Aber noch ist jede Menge Zeit und wir gehen zu einem von Laurents Bekannten: Designer Thomas Hodge, der die Poster zu Filmen wie Hobo with a Shotgun und Another Wolfcop entworfen hat. Er erzählt uns ein wenig über seinen Kurzfilm Teddybears Picnic, aus dem er einen abendfüllenden Spielfilm machen möchte.
Dazu kann man sich mit Hilfe einer VR-Brille einen kleinen Beitrag ansehen. Es ist das erste Mal, dass ich eine VR-Brille trage und ich grinse mindestens genauso blöd, wie Laurent es vor mir getan hat 


(Thomas Hodge mit seinen großartigen Postern.)

(Der hat ja gut lachen. Wahrscheinlich lief bei ihm ein anderer Film, als bei mir ...)

Nick Principe, der Chromeskull in Laid to Rest gespielt hat, ist ebenfalls ein Bekannter von Laurent, sitzt nur ein paar Meter entfernt neben Andrew "Leatherface" Bryniarski und kommt während der Con immer wieder zum Stand von Thomas Hodge, um zu quatschen. Dabei erfahren wir so einiges über Dreharbeiten, was ich immer sehr interessant finde. Oft sieht man Filme hinterher mit anderen Augen oder man kann sich einfach über diese Geschichten amüsieren. Dabei erfahren wir, dass er damals für die Szene in Rob Zombies Halloween den "Stock" geflickt hat, mit dem der junge Michael Myers einen Mitschüler erschlägt. Na ja, eigentlich waren es mehrere, denn schließlich war der Stock nicht echt.

Laurent lässt sich von anwesenden Schauspielern aus Aliens ein Poster signieren. Während bei Trejo ununterbrochen die Hütte brennt, ist bei anderen Stars mal mehr, mal weniger los. Die meisten nehmen sich aber Zeit zum Plaudern und freuen sich sichtlich über die anwesenden Fans, denn viele von ihnen werden für immer mit einem einzigen Film in Verbindung gebracht, bleiben mit diesem den Fans jedoch in Erinnerung. Zwischenzeitig sitzt Trejo wie die meisten Gaststars auf der Bühne und beantwortet ein paar Fragen.

(Laurent im Signierwahn.)

(Das Trejo Panel)
Irgendwann ist es dann Zeit für das Photoshooting. Die Schlange ist bereits lang, aber immerhin stehen wir neben einem Merchstand und ich kann mir Actionfiguren und Poster ansehen. Kaum beginnt das Shooting, geht es zu wie auf der Autobahn. Anhand der Geschwindigkeit, in der sich die Leute vor mir bewegen, befürchte ich, dass sie nach dem Shooting hinaus katapultiert werden. So ähnlich läuft es dann auch. Natürlich muss so etwas schnell gehen, denn es sollen ja noch andere Stars fotografiert werden. Dennoch wäre es schön gewesen, ein paar Wörter mit Trejo wechseln zu können. Ich mochte ihn schon, als ich im Teenageralter From Dusk till Dawn und Desperado gesehen habe und bin nicht mal ein allzu großer Fan von Machete. Natürlich gönne ich ihm den Erfolg, aber irgendwie gefallen mir die Filme, in denen er einen Nebencharakter spielt, deutlich besser als die mit ihm in der Hauptrolle. Für kurzen Smalltalk ist also keine Zeit und das gibt der Sache irgendwie etwas Unpersönliches, denn man hat das Gefühl sich mit einer Sehenswürdigkeit fotografieren zu lassen.
Gleich darauf stehen wir bereit, um uns Autogramme von Trejo zu holen. Diesmal sind wir fast ganz vorne in der immer länger werdenden Schlange. Als Trejo kommt, muss aber wieder alles schnell gehen. Autogramm, Handschlag, "Thank you!" und weg.

(Händchen halten mit Razor Charlie.)

Trotzdem ist es irgendwie cool ihn getroffen zu haben. Hätte mir das einer gesagt, während ich zum x-ten mal einen seiner Filme gucke, hätte ich ihn ausgelacht. Wir finden uns immer wieder bei Nick Principe und Thomas Hodge ein, treffen ein paar Mitglieder der Frightguys in zivil (Axel, solltest du das hier lesen: Ich wusste sofort, dass du es warst, der mir mit dem Poster eine gegeben hat! Dein unschuldiger Gang hat dich verraten!!!)
Am Stand des Indiefilms "Feed the Reapers" unterhalte ich mich Robert Gryczke von Kopf und Kino über das Schreiben und verliere Laurent (nicht zum ersten Mal) aus den Augen, aber das ist nicht weiter wild, denn wie schon vorher gesagt, gibt es eine Menge zu sehen. Irgendwann zwischendurch sitzt Sam Cokeman auf der Bühne und erzählt von seinen Dreharbeiten zu "Leatherface" und wie es war so zu tun, als würde er jemanden blutig schlagen, um sich danach mit ihm über das Wetter zu unterhalten. Auf der Panelbühne gibt es also jede Menge Abwechslung.

(Links: Nick Prinicipe. Rechts:  Roy Scammell)
Allmählich haben wir echt Hunger und wollen etwas essen gehen, bevor wir uns mit Merchandise und Filmen eindecken. Unterwegs denke ich daran, dass es mir so ähnlich bei der FearCon und beim Konzert von The Other ging, wo ich ebenfalls mit Laurent gewesen bin. Beide Male hat mir jemand Gummibärchen gereicht und kaum beende ich diesen Gedanken, hält mir eine als Zombie geschminkte Frau einen Eimer mit Gummibärchentüten hin. Ein neuer Running Gag? Ich bin ja mal auf das House of Horrors gespannt ...

Ein paar Filme wandern in meinen Beutel, dazu noch ein Geschenk für meine bessere Hälfte und das neue Buch von Bruce Campbell. So langsam neigt sich die Con auch dem Ende. Ab hier wird alles irgendwie surreal, denn Thomas Hodge und Nick Principe haben Laurent und mich zu der Aftershowparty eingeladen. Nicht nur das, wir fahren mit ihnen in Laurents Auto hin. Mit Chromeskull in einen Wagen zu steigen gleicht einer freiwilligen Entführung, aber mein Herzschlag beruhigt sich, als Laurent sich hinter das Steuer setzt. Allerdings müssen wir erst einmal die Mischung aus Irrgarten und Parkplatz zu verlassen, denn alle Schranken, die morgens geöffnet waren, sind zu. Nick will aussteigen und eine öffnen. Wir bezweifeln, dass das so einfach funktioniert, aber Nick öffnet seinen Sicherheitsgurt und da geht sie von alleine auf. Laut Nick hat sie bloß Angst vor ihm bekommen. Würde mich nicht wundern, bei seiner Körpergröße.

(Feeling tiny between Thomas Hodge und Nick Principe ...)
Während wir mit ihnen am Tisch sitzen, befinden sich um uns herum Shawnee Smith aus Saw, William Hope aus Aliens wünscht uns einen schönen Abend (Und trägt dabei eine Nostromojacke!!!), am Fenster sitzen Barbara Nedeljakova und Jana Kaderabkova aus Hostel und einen Tisch weiter nimmt Katharina Elisabeth aus Ginger Snaps 1 - 3 Platz. Zwischendurch setzt sich Andrew Bryniarski zu uns an den Tisch, entdeckt die Bierflaschen, welche Laurent Nick und Thomas geschenkt hat und mein Fluchtreflex setzt ein, als er ein Messer nimmt, um die Folie drum herum zu zerschneiden und ein Bier zu klauen. Ein Detmolder, mal so ganz nebenbei. Gute Wahl. Es fühlt sich vollkommen unwirklich an, zwischen all diesen Schauspielern zu sitzen, die ich aus lauter Filmen kenne und die ganze Zeit läuft ein anderer Film vor meinen Augen ab:

Ein Kellner sagt zu mir: "Und wer sind Sie?"
Ich, mit kieksender Stimme: "Ein Niemand."
Der Kellner packt mich an Kragen und Hosenbund und schmeißt mich raus.

Aber nichts dergleichen passiert. Nick, der in seinen Filmen alles niedermetzelt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, erzählt saukomische Geschichten über seine Jugend. Von Andrew scheint er irgendwann etwas genervt zu sein, denn er fragt mich, ob ich ihn mit nach Hause nehmen könnte ... Danke, aber nein danke.
Laurent sagt schließlich zu mir, ich soll mich für ein Foto neben die beiden stellen, weil uns diese Geschichte sonst kein Mensch glaubt.
Ich: "Aber die fressen mich doch!"

(Danke Nick und Andrew, dass ihr mich nicht gefressen habt.)
Kurz darauf ist auch Katharina Isabelle so nett, sich mit mir fotografieren zu lassen.

(Katharina Isabelle aus den Ginger Snaps Filmen.)
Es wird spät und wir entschließen uns aufzubrechen. Aber vorher sieht es so aus, als wollte Andrew Laurent behalten. Wir sehen noch einmal Danny Trejo, diesmal alleine, aber nachdem er stundenlang Autogramme geben und für Fotos und Interviews bereit stehen musste, gönnt man ihm auch die Ruhe.

(In den Fängen von Leatherface.)
Auf dem Weg nach Hause reden wir über die vergangenen Stunden, freuen uns wegen der Autogramme und viele geführte Gespräche. Es ist schwierig alles zusammenzufassen und sicher habe ich wieder einmal einiges vergessen zu erwähnen, aber wie gesagt, es war ein langer Tag. Wir wurden nicht von Slashern ermordet oder von Werwölfen gefressen. Es entstanden neue, tolle Kontakte, die Laurent und ich bereits für ein gemeinsames Projekt ins Auge gefasst haben. Doch das ist noch reine Zukunftsmusik. Vorher werden wir das House of Horrors in Oberhausen heimsuchen. Ich freue mich auf Tom Savini, Adrienne King, The Other und andere Stargäste.

Ob ich auch diesmal Gummibärchen bekommen habe, erfahrt ihr hier.

Bis dahin,

Thomas. 






Mittwoch, 1. November 2017

Die "Hell Night 2017" in Köln

Die Hell Night in Köln gilt inzwischen als feste Tradition für Horrorpunks und Halloweenfans. Zuvor fand sie regelmäßig im Underground statt, da das aber dieses Jahr schließen musste, wich das Event eine Straße weiter auf die Live Music Hall (LMH) zurück.
Dort angekommen finden meine Frau Andrea und ich auch wie verabredet Laurent und seine Freundin Katha. An Laurent erinnert ihr euch vielleicht, wenn ihr meinem Con-Marathon auf diesem Blog folgt. Um eure Erinnerung etwas aufzufrischen: Er ist derjenige, der dauernd alles verliert.

(Mehrmals in Köln gesichtet.)
Bei der LMH erwartet er uns deswegen auch nur mit einer Hand. Das liegt aber zum Glück daran, dass er sich als Ash Williams verkleidet hat und einen grauen Arbeitshandschuh als Metallhandschuh nutzt. Mit Kettensäge hätten sie ihn vielleicht nicht reingelassen. Und was wohl passiert wäre, hätte er aus dem Necronomicon gelesen? Da Katha als Chuckys Braut Tiffany geht, hätte ich Laurent ja zu gerne als Chucky gesehen, aber das Outfit ist eben teurer als ein zerrissenes Hemd und Ledergurt. Und weil das ganze auch ziemlich cool aussieht, bekommt er Lob von anderen Besuchern.
Andrea und ich sind zwar nicht verkleidet, aber schließlich war das auch kein Zwang. Im Publikum sind viele krasse Kostüme zu sehen. Die Schminkaktien müssen kurz vor Halloween Rekordhöhen erreicht haben. Zombies und Hexen geben sich die Klinke in die Hand.
Als wir reingehen hat die erste Vorband Scarlet and the Spooky Spiders bereits angefangen. Ich hab vorher nie von ihnen gehört, ihr Album aber auf meine Einkaufsliste gelegt. Genau wie das von The Crimson Ghosts, die auch als Köln kommen und bei denen etwas härter, aber nicht weniger punkig zugeht als bei den Spiders.

(An Halloween dürfen rote Augen nicht fehlen.)
Wäre der Verkehr wegen den Feiertagen nicht so dicht gewesen, wären wir etwas früher in Köln gewesen und ich hätte noch mal zum Geldautomaten gehen können. So werfe ich nur einen Blick auf den Merchstand ... Und ärgere mich, weil mir ein paar Shirts echt gut gefallen. Und CDs gibt es ja auch. Gut, dann eben ein anderes Mal. Zeit zum Essen blieb unterwegs auch nicht mehr, also muss Flüssignahrung in Form von Bier herhalten. Laurent erwähnt irgendwann, dass ich steif wirke, was wohl daran liegt, dass ich eher an der Tastatur eskaliere und mir einen Tag vorm Konzert den Rücken verhoben habe. Abzappeln kommt also sowieso nicht in Frage. Lieber still da stehen, zugucken und applaudieren. Aber das ist hier ja nicht die Apothekenrundschau, also weiter im Text.

(Mir ist nie aufgefallen, was für lange Arme ich habe ...)
Der Sound ist klasse, das Publikum gut drauf und die Bands geben Vollgas. Bei Kitty in a casket steht die einzige Sängerin des Abends auf der Bühne und muss dem Publikum doch noch mal etwas Beine machen. Ein kurzes Stage Diving gelingt trotzdem. Die Umbauphasen zwischen den Bands sind extrem kurz, was wohl auch daran liegt, dass um 22 Uhr eine Halloweenparty stattfinden soll. Aber auf ein paar Minuten kommt es ja nun wirklich nicht an. Und mit all den Kostümen ist das Konzert ohnehin eine Halloweenparty. Zwischen mehreren Pennywise' entdeckt Andrea einen Georgie Denbrough aus dem gleichen Film. Mit gelbem Regenmantel und rotem Lufballon. Ich hoffe, er hat sich von Gullys ferngehalten. Und den Clowns. Der Regen dürfte ihn wohl kaum gestört haben.
Ein anderer ist als Trunkenbold verkleidet, läuft geduckt um Katha und Laurent herum, lallt etwas und verschwindet wieder im Getümmel.
"Wie schlimm Alkohl ist, seht ihr an ihm", sage ich, eine Sekunde bevor eine Frau an uns vorbeizieht und etwas schreit, das sich anhört wie: "HAAAAAAAANK! WO BIST DUUU? HAAAAAAAAAANK!"
"Oder an ihr", sage ich und trinke noch einen Schluck Bier.

Nach einem kurzen Intro stehen schließlich The Other auf der Bühne und eröffnen ihr Konzert mit A Party at Crystal Lake

(Ab geht die Lutzi.)

Frontmann Rod Usher bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen und erwähnt, was für eine Ehre es der Band ist, auf dieser Bühne zu stehen, nachdem sie selber so oft in der LMH Konzerte besucht haben. Es werden neue Songs vom gerade erschienenen Album Casket Case und Klassiker älterer Alben gespielt. Besonders freuen tue ich mich über Dreaming of the Devil, Back to the Cemetery und die aktuelle Single Dead.and.gone. Durchhänger gibt es ohnehin keine, aber das waren meine drei Highlights an diesem Abend. Laurent prescht hin und wieder nach vorne in den Moshpit und kehrt mit perfekt sitzender Frisur zurück. Das zerrissene Hemd und der künstliche Wundschorf waren zum Glück schon vorher da.
Tatsächlich hatte ich mich beim Anhören des neuen Albums zwischendurch gefragt, wo eigentlich dieses Bedburg aus Werewolf of Bedburg liegt. Als hätte Rod meine Gedanken gelesen, erzählt er vor dem Song die Geschichte von Peter Stump, der 1589 als schuldig befunden wurde, im Kölner Vorort Bedburg in Gestalt eines Werwolfs Morde begangen zu haben. Das nenne ich doch mal Fan-Service. Rod, solltest du jetzt gerade wieder meine Gedanken lesen: RAUS AUS MEINEM KOPF!!!!

Der Abend endet mit drei Zugaben, von denen jede als letzte angekündigt wird. Danach steht die Band für Autogramme am Merchstand bereit. Die Menge löst sich etwas auf. Zum ersten Mal bemerke ich, dass vor uns so etwas wie eine Tanzfläche liegt. Die füllt sich verdammt schnell, als Rod Usher und Kitty für eine Stunde Musik auflegen. Ramones, Rob Zombie, Metallica, etc. Danach geht es mit Popmusik kommerzieller zu.

(Gruppenfoto. Oder: Köln bei Nacht.)
Wir gehen nach draußen und entdecken eine Würstchenbude. Essen! Endlich! Der Herr Verkäufer rettet mir das Leben. Irgendwann zieht es uns noch mal kurz in die inzwischen rappelvolle Halle, wo Sing Halleluja von Dr. Albarn läuft. Der Mann war mal Zahnarzt... Ist ja irgendwie auch Horror.
Nach einem letzten Bier geht es in Richtung Burger King. Vor der LMH steht eine lange Schlange, viele verkleidete und geschminkte Menschen ziehen umher. Und dann, nach dem abschließenden Abendmahl, geht nicht nur ein als Jesus verkleideter Kerl an uns vorbei, nein, ohne Andrea hätte Laurent seine Tasche unter dem Tisch vergessen. Den ganzen Abend habe ich darauf gewartet, dass er etwas verliert und er hat mich nicht enttäuscht.

Von Bielefeld nach Köln fahren, Sprit und Hotel bezahlen, um ein Konzert von The Other und Co, zu sehen. War es das wert? Auf jeden Fall! Ein verdammt langer und geiler Abend liegt hinter uns. Wenn Laurent und ich unseren Con-Marathon beim House of Horrors in Oberhausen abschließen, werden auch die Jungs von The Other anwesend sein und ich werde die Gelegenheit nutzen, mir das Album Casket Case signieren zu lassen. Meinen Bericht gibt es natürlich hier. Seid dabei, wenn Laurent wieder Sachen verliert.

Abschließend möchte ich mich bei allen Bands, Katha, Andrea und Laurent für diesen gelungenen Abend bedanken. Ich hoffe, wir können das wiederholen. Zum Schluss noch ein Bild von der Halloweendeko im Hotel. Neben dem Frühstücksbuffet. Genau mein Humor.




Bis dahin,

Thomas.








Dienstag, 24. Oktober 2017

Der Con-Marathon Part One

Obwohl ich bekennender Horrorfilm- und Comicnerd bin, ist meine Erfahrung mit Conventions gering. Vor allem die Eintrittspreise waren immer abschreckend. An manchen Tagen 35€ zu zahlen, um auf der Con noch Geld für Fotos, Autogramme, Merchandise und DVDs zu bezahlen, war mir einfach zu teuer. Zumal sich meine erste Horror-Convention als Griff ins Klo erwies, aber ich will hier niemandem schlecht nachreden.

2017 werde ich gleich 3 Horror-Conventions besuchen. Am  22. Oktober war die FearCon in Bonn dran. Es folgen noch das "Weekend of Hell" in Dortmund und das "House of Horrors" in Oberhausen. Jede dieser Cons hat tolle Stargäste und tatsächlich sind die Preise diesmal im Rahmen. Liegt es an der hohen Konkurrenz? Oder daran, dass alle Conventions kurz hintereinander stattfinden? Ich weiß es nicht. Aber nachdem mein Kumpel Laurent und ich uns entschieden hatten, gemeinsam nach Dortmund und Oberhausen zu fahren, dachte ich mir, dass eine weitere Convention nicht schaden kann. Bonn ist zwar am weitesten von uns entfernt, aber aller guten Dinge sind trotzdem drei. Nach der FearCon habe ich mich auch noch dazu entschieden, zu jeder Con einen Bericht zu verfassen. Vielleicht macht es euch die Entscheidung leichter, ob ihr auch mal eine besuchen möchtet. Vielleicht unterhalte ich euch auch nur für ein paar Minuten. Schaden kann es nicht, oder?
Wie dem auch sei, viel Spaß mit dem ersten Teil unseres Con-Marathons.

Bielefeld, 22.10.2017. Ortszeit: 8 Uhr.

Ich frage mich, wer zur Hölle die Idee hatte, bis nach Bonn zur FearCon zu fahren. Aber so ein Blödsinn kann schließlich nur mir einfallen, also muss ich da jetzt wohl durch. Laurent ist pünktlich. Nach einem eiligen, trockenen Frühstück neben meiner Autotür geht es dann auch schon los. Wir sind skeptisch, weil wir trotz der Fotos und Videos zur Con auf Facebook nicht wissen, was uns erwartet. Es sind interessante Stargäste vor Ort und hinzu kommt, dass Laurent durch seine Arbeit als Kameramann und Reporter viele Leute kennen wird. So ein Wiedersehen ist immer schön und auch für mich die Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen, die meine Leidenschaft zum Horror teilen.
Das Wetter ist mies, aber die Autobahn überraschend frei und so sind wir nur etwas mehr als 2 Stunden unterwegs. Die FearCon findet im Maritim Hotel statt. Ich frage mich, was die ahnungslosen Hotelgäste denken, wenn ihnen als Zombies verkleidete Männer und Frauen entgegenkommen. Andererseits bin ich zum ersten Mal in Bonn. Wer weiß, was hier sonst so los ist?
Wir bleiben skeptisch...
Am Eingang geht dann alles ganz schnell. Kaum haben wir unsere Tickets, bekommen wir Con-Tüten in die Hand gedrückt. Große Permanenttaschen mit Flyern, zwei BluRays, Kugelschreiber und so weiter. Und dann bekommen wir auch noch zwei davon geschenkt. Ist ja der letzte Tag. Alles muss raus.
Ich (scherzhaft): "Das ist die tollste Con aller Zeiten!"

(Angekommen.)





Das ConTeam ist sehr freundlich. Niemand wirkt gestresst, was aber auch daran liegen könnte, dass es noch recht früh und der Ansturm überschaubar ist. Was Laurent und mich etwas wundert ist, dass es nur zeitlich begrenzt Autogramme gibt. Bei anderen Conventions sitzen die Stargäste länger als 3 Stunden am Tisch. Nun gut, wir sind ja rechtzeitig da. Zuerst begrüßen wir aber die FrightGuys. Horrorfans, die in professionellen, selbstgemachten Kostümen für Fotos zur Verfügung stehen. Während Laurent schon den gesamten Cast kennt, habe ich bisher nur ein paar Mitglieder der Gruppe kennenlernen dürfen. Auf der FearCon posieren sie in einer Kulisse, die ein altes, verranztes Wohnzimmer darstellt. Und es sieht richtig geil aus. Uns begrüßen Otis und Captain Spaulding aus "Haus der 1000 Leichen", Regan aus "Der Exorzist", Michael Myers aus "Halloween 2 (2009)" und eine selbst entworfene Vogelscheuche. Außerdem eine Figur, deren Film man nicht nennen darf, um einen Spoiler zu vermeiden ;-)
So gruselig die Truppe aussehen mag, sie sind verdammt nette Menschen und freuen sich über jeden, der mit ihnen auf ein Foto will.

Zuerst erkundigen Laurent und ich uns aber, wo es die Autogramme der Stargäste gibt, denn es fehlt ein wenig an Hinweisschildern. Natürlich hätten wir uns das Programmheft in den Contüten ansehen können, in dem alles erklärt wird, aber Männer lesen schließlich auch keine Bedienungsanleitungen ... *Räusper* ... Laurent hat es auf Tony "Candyman" Todd und Leslie "Halloween (2007)" Easterbrook abgesehen. Da ich fast jeden Film um "Chucky - Die Mörderpuppe" großartig finde (Mit Ausnahme von Teil 3, aber das nur nebenbei), nutze ich die Gelegenheit mit Alex Vincent zu plaudern, der damals als Kind Andy in den ersten beiden Teilen der Serie gespielt hat und ich sage ihm, wie sehr es mich freut, ihn in den neuen Filmen wiederzusehen. Über das Autogramm freue ich mich natürlich noch mehr.

(Ein Autogramm von Alex Vincent. Chucky war leider verhindert ...)

Nach einem kurzen Gespräch mit Tony Todd steht Laurent bei Leslie Easterbrook an. Und sie scheint viel zu erzählen zu haben, denn sie redet so lange mit ihm, dass eine Mitarbeiterin das Gespräch unterbrechen muss. Es warten ja noch andere Menschen. Aber der Andrang ist weiterhin überschaubar und persönlich finde ich es toll, wenn Stargäste sich die Zeit für ihre Fans nehmen und man nicht schnell abgefertigt wird. Weitere Gäste sind unter anderem DJ Qualls aus "Z-Nation", Ari Lehman aus "Friday the 13th" und Camden Toy aus der Serie "Buffy".

Wir gehen wieder zu den FrightGuys, denn Laurent hat zugesagt, sie zu filmen und zu fotografieren. Dabei merkt er, dass er seine Tasche vergessen hat und rennt noch mal zu Leslie Easterbrook. Im Laufe des Tages soll das noch ein Running Gag werden, aber das seht ihr gleich.
Kurz darauf passiert etwas, das ich bei Cons noch nicht gesehen habe. Nacheinander stellen sich Tony Todd, Ari Lehman und Leslie Easterbrook zu den FrightGuys und posieren mit ihnen für Fotos. Es wird zwar vorher gefragt, ob das für die Veranstalter okay ist, aber die Tatsache, dass keiner etwas dagegen hatte, fand ich ziemlich cool.

(Tony Todd mit den FrightGuys)

(Leslie Easterbrook trifft alte Bekannte)

(Ari Lehmann, der Jason Vorhees im ersten "Friday the 13th" gespielt hat)

Während einer Toilettenpause meinerseits wartet Laurent an den Waschbecken und erzählt mir hinterher aufgeregt von einer Putzkolonne und einem Herrn, den die Sensoren an den Wasserhähnen und Seifenspendern nicht wahrgenommen haben. Vielleicht war er als "Der Unsichtbare" verkleidet. Ich weiß es nicht. Ich war ja nicht dabei.

Und jetzt wollen wir Geld loswerden. Was soll der Geiz? Vorher verliert Laurent noch den Mikrofonpuschel seiner Kamera, bekommt ihn aber von aufmerksamen Besuchern der Con zurück.
Die Händler sind die üblichen Verdächtigen, aber zu gucken gibt es trotzdem was. Vor allem, wenn man Merchandise mag. An einem Stand mit Figuren aus diversen Filmen werde ich fast schwach, Laurent wird schwächer und kauft eine Figur von "Alien". Passend zu seinem "Alien"-Shirt. Natürlich versucht der Verkäufer mir die Figuren von "Predator" schmackhaft zu machen. Ob es an meinem "Predator"-Shirt liegt? Wir müssen wie Beavis und Butt-Head gewirkt haben.
Es gibt DVDs, T-Shirts, Schminkshops etc. Bei Ultratrash werde ich schließlich auch noch schwach. Das Label bedruckt T-Shirts zu trashigen, imaginären Horrorfilmen. Ein solches nehme ich schließlich mit. Während eines Gesprächs mit den Verkäufern muss Laurent darauf hingewiesen werden, dass er seine Geldbörse liegen lassen hat.

("American Killing Machine". Der neue Film aus den Ultratrash Studios.)
Wegen den Fotos und Videoaufnahmen zieht es uns wieder zu den FrightGuys. Besonders in dieser Ecke kennt Laurent viele Leute. Mitarbeiter des "Virus" Magazins zum Beispiel, die mit einem Stand vertreten sind, jene vom "Dead End" Magazin und weitere.
So langsam kommt bei den FrightGuys auch Schwung in die Bude. Und irgendwann wird es richtig voll. Immer wieder wollen Besucher mit ihnen auf ein Foto. Sogar RTL ist kurz vor Ort, um die Mitglieder zu interviewen. Ich hatte mir fest vorgenommen, ein Gruppenfoto mit ihnen zu machen. Was soll der Geiz? Aber das hatte noch Zeit und Laurent und ich wollten uns das Panel mit Tony Todd ansehen, der über seine Zeit als Candyman erzählt hat und wie seine Familie mit seiner Filmkarriere umgeht. Natürlich werden auch andere Filme kurz angesprochen, richtig aufleben tut er aber erst, als Laurent ihm eine Frage zu "The Crow" stellt. Auch hier wird sich  Zeit für eine ausführliche Antwort genommen. Leider ist das Panel kaum besucht. Immerhin gibt es was zu lachen, als jemand Laurent sein personalisiertes Ticket zurückgibt, das er verloren hat. Denn das Armband gilt nur in Verbindung mit dem Ticket, wenn man die Con verlässt und wieder rein möchte. Fand ich etwas merkwürdig, denn woanders reicht das Bändchen und ich habe es noch nie ohne Schere geschafft, ein solches Stoffband von meinem Handgelenk zu lösen.
(Kein Scherz: Wir wollten verheult aussehen, wie in "Blair Witch Project" ...)

(Tony Todds Panel)

Inzwischen habe ich einen Mordshunger. Wir wollen  zum Restaurant des Hotels, doch Laurent entdeckt Pennywise aus Stephen Kings "It". Interessanter ist aber der Hinweis auf eine Geisterbahn hinter der Tür, vor der er steht.
Wir überlegen, ob wir reingehen.
Pennywise verdreht die Augen. "Los, Männer. Rein da jetzt!"
Na gut. Was soll schon passieren, wenn dir ein kinderfressender Clown die Tür aufhält?
Die Geisterbahn ist ein Labyrinth aus Laken, die als Wände dienen, rote und bunte Scheinwerfer, Nebelmaschinen und Schausteller.
"Kindergarten", denke ich, bevor wir beide nach ein paar Schritten wie kleine Mädchen lachend und kreischend durch die Gänge schleichen. Ich glaube, am gesamten Wochenende hat sich kein Besucher lächerlicher angestellt, als wir. Eine Zombiefrau geht uns nach. Hat wohl Angst, dass wir aufgeben. In einem Flur mit Stakkatoflackern und Nebel kann ich Laurent nur noch hören, aber nicht mehr sehen.
Laurent: "Wo geht's lang?"
Ich: "Keine Ahnung ... Oh, Scheiße. Da ist was!"
Ein freundlicher Vampir weist uns den Weg, anstatt uns zu beißen. Hat wohl Angst, sich an uns dummsaufen zu können. Ich laufe in ein Mädchen, das sich in seiner schwarzen Kutte nicht von der Wand abhebt und schreie: "Wo kommt die denn her?"
Laurent lacht mich aus. Auch dafür, dass ich in jeden Raum meine Hand strecke, bevor ich hineingehe. Denn wir wissen alle, wie das sonst endet ...
Draußen angekommen tut uns alles weh vom lachen. Laut Laurent war ich nur am fluchen. Kann mich nicht dran erinnern. War zu sehr damit beschäftigt, jedes Schimpfwort zu verwenden, das ich kenne.

Endlich gibt es was zu essen. Ein ConBurger Marke Eigenbau, denn auf die Frikadelle auf dem Brötchen kann ich mir beliebig Gemüse packen.
Danach werden noch Souvenirs für unsere bessere Hälften daheim gekauft. Was soll der Geiz?
Und schließlich klappt es mit dem Gruppenfoto bei den FrightGuys. Der Bericht soll nicht wie eine Werbeanzeige wirken, aber die Truppe kann man natürlich zu entsprechenden Events buchen. Egal ob Kindergeburtstag oder Hochzeit, ich glaube, die sind für jeden Spaß zu haben.Den Link zu ihrer Seite findet ihr hier.

(In bester Gesellschaft ;-) )
Ein langer, aber sehr cooler Tag auf der FearCon geht schließlich zu ende. Wir haben viel gelacht, sind froh über unsere Ausbeute an Andenken und es hat Spaß gemacht mit so vielen Leuten eine gemeinsame Leidenschaft zu teilen. Wahrscheinlich habe ich die Hälfte gar nicht erwähnt, aber der Bericht ist allmählich auch lang genug.

Mein abschließendes Fazit:
Fürs erste Mal nicht schlecht, aber da ist viel Luft nach oben. Auch ist die Konkurrenz in Form vom "Hell" und vom "House" sehr groß. Das und die Tatsache, dass alle drei Conventions innerhalb weniger Wochen stattfinden, könnte für den doch recht geringen Zulauf verantwortlich sein. 
Versteht mich aber bitte nicht falsch. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Laurent und ich sind froh die FearCon besucht zu haben. Besser als mein oben erwähnter Griff ins Klo. Ob es 2018 wieder eine FearCon geben wird, muss sich noch zeigen. Jetzt freue ich mich erst einmal auf das "Weekend of Hell", das vom 4.11. bis zum 5.11.2017 in der Westfalenhalle in Dortmund stattfindet. Spätestens dann gebe ich Laurent seinen Regenschirm zurück, den er in meinem Kofferraum vergessen hat. Oder vielleicht besser nicht? Der Kerl verliert schließlich alles ...
Immerhin hat er ein Andenken an die Con:
(Laurent hat fünfmal Candyman gesagt ...)

Bis dahin,

Thomas.

Dienstag, 17. Oktober 2017

BuCon Blues 2017

Während tausende Besucher zur Frankfurter Buchmesse strömten, zog es mich dieses Jahr zum dritten Mal zum BuCon in Dreieich. Zum 32. Mal fand er nun schon statt und obwohl er viel kleiner als die Messe ist, ist er für mich tausendmal interessanter.

Denn der BuCon ist nicht nur eine Möglichkeit Bücher zu shoppen, die es nur schwer in den Buchladen schaffen, sondern auch, um mit Verlegern, Autoren und Lesern ins Gespräch zu kommen. Freunde phantastischer Literatur sollten einen dicken Geldbeutel mitbringen, denn es gibt eine großartige Auswahl an Fantasy, Science Fiction und Horror.

Nachdem ich nun schon zweimal dort gewesen bin und auch auf anderen Conventions, sowie auf der Leipziger Buchmesse Kontakte geschlossen habe, kannte ich dieses Jahr unheimlich viele Menschen. Da reicht es hier und da nur für ein schnelles Hallo und einen Handschlag, aber zum Glück blieb auch immer wieder Zeit für Gespräche.

Schon beim Betreten der Halle treffe ich Cannonball Randall, Autor der "Kitty Moan" Serie und Erfinder der "Kitty Moan Convention" in Langenfeld. Wir unterhalten uns kurz darüber, dass es in der Stadt keinerlei Plakate gibt, die auf den BuCon im Bürgerhaus hinweisen. Mir persönlich war es gar nicht aufgefallen, aber wo er recht hat, hat er recht. Doch trotz der fehlenden Werbung und obwohl hier keine internationalen Namen wie Dan Brown und ähnliche vertreten sind, wird es im Laufe des Tages noch recht voll.

Weiter geht es zum Amrûn Verlag, wo ich schon die neusten Neuerscheinungen sichte. Ein paar Bücher hatte ich bereits auf meine imaginäre Einkaufsliste gelegt, ein paar weitere sind mir neu, aber schön zu sehen, dass dieser kleine Verlag weiterhin Mut beweist, Bücher außerhalb des Mainstreams zu veröffentlichen.

Am Stand des Mantikore Verlags treffe ich den Autoren Mario Steinmetz, mit dem ich mich lange über Bücher, das Schreiben und seinen Trip nach Iowa unterhalte. Dank seiner Erzählungen entstehen sofort Ideen in meinem Kopf, denn der Bundesstaat wirkt perfekt für Backwoodhorror. Beim Papierverzierer Verlag hole ich mir kurz darauf Marios Buch "666", den ersten Teil seiner "Hell's Abyss" Trilogie und lasse es mir selbstverständlich signieren.


(Mario Steinmetz und meine Wenigkeit)

Kurz darauf treffe ich Jana Oltersdorff, deren düstere Kurzgeschichten ich unheimlich gerne lese. Da ich wusste, dass sie anwesend sein würde, hab ich die Anthologie "Letzte Fahrt" von Quindie im Gepäck und lasse auch diese signieren. Denn darin findet sich Janas neuste Veröffentlichung. Danach gibt es erstmal Kaffee und weitere Gespräche. Zufällig hat sich Jana die gleichen Vorträge ausgesucht, wie ich. Also geht es als erstes zu Tommy Krappweiß, der über "Fantasy und Humor" erzählt. Meine Hoffnung ist es, etwas für mich als Horrorautor mitnehmen zu können. Zwar versuche ich bei 90% meiner Geschichten ein wenig bösen Humor untermischen zu können, aber man lernt eben nie aus. Während des unterhaltsamen Vortrags gibt es viel zu lachen und einige nützliche Tipps. Ich fühle mich oft bestätigt, habe aber auch ein paar Sachen dazu gelernt.


(Tommy Krappweiß über Fantasy und Humor)

Noch bevor wir den Raum verlassen, treffe ich Markus Korb, von dem ich mich als Fan bezeichne, seitdem ich seine Kurzgeschichtensammlung "Der Struwwelpeter-Code" gelesen habe. Und genau die darf er mir spontan signieren.

(Tolles Cover. Tolles Buch. Toller Autor.)


Anstatt einer oder mehreren Lesungen gibt es beim Amrûn Verlag ein Panel über die aktuellen Neuerscheinungen. Und nicht nur die unterschiedlichen Bücher sorgen für Abwechslung, auch die Autoren, die nacheinander etwas zu ihren Werken erzählen, machen neugierig. Neben Fantasy, Horror und Science Fiction gibt es sogar ein Sachbuch über Zombies in Literatur und Film. Es macht Spaß den Leuten zuzuhören. Am Ende bleiben keine Fragen offen, also geht es weiter zum Imbiss, denn allmählich kriege ich echt Hunger. Kein Wunder, gerade eben wurden gleich zwei Zombiebücher vorgestellt ...
Okay, der kam flach.

(Das Panel des Amrûn Verlags)

Vorm Imbiss treffe ich Vanessa Kaiser, Heike Schrappner und Thomas Lohwasser. Glücklicher Zufall: Sie sind genauso hungrig wie ich. Wir können also quatschen und unsere Mägen füllen, Dabei verteilt Vanessa die vorbestellten Exemplare von Thomas Kargs Kurzgeschichtensammlung "Fest der Geier". Wieder mit Signatur und Widmung. Leider konnte Thomas selber nicht anwesend sein. Ich hoffe auf ein Wiedersehen in Leipzig.
Während dem Essen sehe ich weitere bekannte Gesichter. Den einen oder anderen grüßt man aus der Ferne, denn in all dem Trubel bleibt gar nicht genug Zeit, um mit allen zu quatschen. Aber es ist schön, sich mal wieder über den Weg zu laufen.
So begegne ich dann noch Arthur Gordon Wolf, der schon in Aufbruchstimmung ist, sich aber noch ein paar Minuten für unsere Unterhaltung nimmt.

Danach geht es los Bücher shoppen. Beim White Train Verlag hatte ich zuvor nicht nur das IF Magazin #666 mitgenommen, sondern mich auch für ein Projekt im Jahr 2018 begeistern lassen. Gerade ist nämlich meine Kurzgeschichte "Exorcismo A GoGo" bei White Train erschienen und ich bin durchaus an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert.

(Let's get dirty. In "Dirty Cult" bin ich mit einer Kurzgeschichte dabei)

Eigentlich hatte ich mich dieses Jahr etwas zusammenreißen wollen, was das Kaufen von Büchern betrifft. Der Stapel ungelesener Bücher nimmt bedrohliche Formen an, aber beim Amrûn Verlag werden es dennoch sieben Neuerscheinungen. Darunter auch die Anthologie "Halloweenküsse", herausgegeben von Jenny Wood. Bevor ihr jetzt das Gefühl habt, auf dem falschen Blog zu sein, meine Erklärung dazu, warum ich romantische Liebesgeschichten lese: Nein, ich wurde nicht dafür bezahlt! Kurzgeschichten sind aber eine tolle Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken und das ist für uns Autoren immer wieder ganz wichtig. Lese ich nur in einem Genre, habe ich irgendwann das Gefühl, mich fest zu fahren. Hin und wieder lese ich auch mal einen Thriller, Biographien und True Crime, diesmal wollte ich meine Tentakel aber noch etwas weiter ausstrecken. Und tatsächlich hatte ich schnell eine Idee für eine hoffentlich 2018 kommende Kurzgeschichte, mit der ich neue, aber auch altbewährte Wege gehen kann. Keine Sorge, es wird böse und nicht schmalzig. Aber ohne mein Wagnis wäre mir diese Idee wohl nie gekommen. Deswegen bin ich jetzt auf der Suche nach einer guten Science Fiction Anthologie, denn ich will mich schon lange an SciFi-Horror versuchen.

(Die Ausbeute. Klein, fein und mein)

Jetzt ist der Text viel länger geworden, als ich es wollte und ich habe sicherlich viel zu viele Leute gar nicht erwähnt, mit denen ich gesprochen habe. Deswegen grüße ich schnell Markus Heitkamp, David Knospe, Marc Hamacher, Jaqueline Mayerhofer, Melanie Vogltanz, Werner Graf, Claudia Rapp, Melanie Schneider, Markus Lawo, Grit Richter, Birgit Sahler, Bernar Leston und jeden anderen, den ich vergessen habe. Danke für Autogramme, tolle Gespräche und dass ihr mich bereits zu weiteren Projekten eingeladen habt. Ich freue mich auf die nächsten Cons und Messen.

Kurz möchte ich noch erwähnen, dass Kai Meyer, Thomas Finn und Markus Heitz auch auf dem Con waren und sich Zeit nahmen, um mit Autoren und Lesern zu reden. Auf Augenhöhe. Sehr sympathisch.

Falls ihr durch meinen Text neugierig auf den BuCon 2018 geworden seid, sehen wir uns dort vielleicht.

Bis dahin,

Thomas


Montag, 28. August 2017

Die Final Girls kommen

Gestern erhielt ich die Zusage für meine Kurzgeschichte "Final Girls Ride Out". Sie wird in einer Anthologie von Detlef Klewer bei Karina-Publishing erscheinen und erzählt von einer jungen Frau, die erfahren muss, dass sie nichts weiter als eine Filmfigur ist. In einem Horrorfilm, versteht sich. Denn gesucht waren Geschichten, in denen Filme, Kameras, Dreharbeiten, Kinos oder etwas in der Art eine Rolle spielen.

Über die Zusage freue ich mich natürlich sehr, aber ich weiß jetzt schon, dass sich meine Geschichte den Vergleich mit dem Film "Final Girls" gefallen lassen muss. Dieser erzählt von einer Gruppe Freunde, die in einen Slasherfilm in der Tradition von "Friday the 13th" geraten und mit den Charakteren um ihr Leben kämpfen. Allerdings habe ich meine Geschichte vor bereits Monaten geschrieben und den Film erst vor wenigen Wochen gesehen.


Dennoch stießen mir ein paar Gemeinsamkeiten sauer auf. Ich möchte an dieser Stelle nicht verraten, was es war. Tatsächlich wären sie noch gravierender gewesen, hätte ich die Geschichte nicht aus Platzgründen umgeändert. Dass es gewisse Überschneidungen gibt, kommt hin und wieder vor. Keine Idee ist einmalig und ich habe mich im weiteren Verlauf des Films auch damit abgefunden, denn nur zu Beginn von "Final Girls" und "Final Girls Ride Out" sind sie wirklich bemerkbar. Die Grundidee und die Inspiration zu meiner Geschichte waren eigentlich nicht einmal Horrorfilme.



In "Last Action Hero" mit Arnold Schwarzenegger erfährt der Polizist Jack Slater, dass er nur eine erfundene Figur ist. Dieser Film war es, der mich auf eine Idee brachte, die anfangs auch noch vollkommen anders aussah, als das fertige Ergebnis. Es sollte um eine Filmfigur und einen Fan gehen, die sich gegenseitig helfen. Und außerdem war es als längere Geschichte geplant gewesen, aber ich war unsicher, ob ich das so umsetzen konnte. Nur ein paar Tage später sah ich die Ausschreibung zu "Cinema Obscura". Detlef Klewer hatte mich bereits in seinen Anthologien "Böse Clowns" und "Horror-Cocktail" veröffentlicht. Ich wollte es also gerne wieder versuchen. Auch, weil das Thema für mich gemacht war. Nicht nur, dass ich alle Arten von Horrorfilmen gucke, ich lese auch ständig über sie.

In Büchern, Fanzines, Magazinen oder im Internet. Es gibt unzählige Subgenres über Spukhäuser, Werwölfe, Zombies, Slasher, Kannibalen, etc. Meine Geschichte ist kleine Hommage an verschiedene Genres, wobei mir schon von Anfang an klar war, dass ich niemals alle erwähnen können würde. Mein Ziel wurde es, eine abwechslungsreiche Mischung zu schreiben. Mit ein paar Insidergags, wenn möglich. Und ab da hebt sich "Final Girls Ride Out" auch endgültig von "Final Girls" ab.



Ob ich die Geschichte geschrieben hätte, nachdem ich den Film gesehen habe? Wahrscheinlich ja, aber ich hätte ein paar Sachen anders gemacht, um eben nicht mit dem Vergleich zwischen den beiden leben zu müssen. Ich mag die Story und bin froh, sie umgesetzt zu haben. Die Gemeinsamkeiten zum Film sind mir auch fast egal, denn so etwas lässt sich nicht vermeiden. Dennoch war es mir wichtig, das einfach mal loszuwerden.

Und außerdem habe ich nach fast einem halben Jahr mal wieder was für meinen Blog geschrieben. Hurraaaa!

Bis dahin, Thomas.


Donnerstag, 30. März 2017

Schluss mit Glitzer!

Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass ich mal in einer Einhornanthologie veröffentlicht werden würde, hätte ich wohl geantwortet: "Oookaaaay ..."
Und dann überlegt, wovon meine Geschichte handeln könnte. Aber fest daran geglaubt hätte ich eigentlich nicht, denn wenn wir an Einhörner denken, fallen uns zuerst bunte Farben, Märchen, Glitzer und so weiter ein. Das ist nun wirklich nicht meine Welt. Farben gibt es in dieser, aber eher Blutrot und Schwarz.
Die Idee über Einhörner zu schreiben, hätte mich dennoch nicht losgelassen. Ich liebe Herausforderungen, wenn ich dabei in meinem Genre bleiben darf und das ist und bleibt nun mal Horror. Ich liebe Horror! Wäre es ein Brotaufstrich, würde ich es mir jeden Tag auf den Toast schmieren.

Einhörner sind bestimmt nicht neu in Horrorgeschichten, kennen tue ich aber keine. Nur einen Film, in dem man kein Einhorn erwartet und dann kommt eines um die Ecke. Ich will jedoch nicht spoilern, um welchen es sich dabei handelt, sondern langsam zum Punkt kommen.

Als ich an einer Ausschreibung für Kurzgeschichten über Einhörner teilnahm, wollte ich mal sehen, ob es mir gelingt, in das Buch zu kommen. Um ehrlich zu sein stelle ich mich bei jeder eingereichten Geschichte erstmal auf eine Absage ein. Dann tut es weniger weh, wenn die Autorenliste veröffentlicht wird und der eigene Name nicht draufsteht. Mit meiner Geschichte "Die Nacht der fleischfressenden Einhörner" wollte ich mich keinesfalls über das Thema lustig machen. Düstere Geschichten waren durchaus erlaubt.

Mit der Absage hatte ich, wie bereits erwähnt, irgendwie schon gerechnet, aber ob es geklappt hätte, weiß man eben nie, wenn man es nicht probiert hat. Ich wollte die Geschichte erstmal etwas ruhen lassen und auf eine andere Gelegenheit für sie warten und tat etwas, was ich sonst nie tue: Ich schrieb auf Facebook, dass meine Einhorngeschichte abgelehnt worden ist. Nicht aus Frust, sondern wohl eher, weil sich niemand vorstellen kann, dass ich so etwas geschrieben habe.
"Einhörner? Sind das nicht diese glitzernden Pferde? Und was hat Thomas damit zu tun?", hörte ich schon den einen oder anderen sagen.
Und kurz darauf schrieb mich Autor und Herausgeber Markus Kastenholz an, um zu fragen, ob er meine Geschichte mal lesen könnte. Ich hatte zwar kein Problem damit, glaubte aber nicht daran, dass sie in eine seiner Anthologien passen würde.
Bis er mir von seinem neuen Verlag "K&K Books" schrieb, der am 1. April seine Pforten öffnet. Zusammen mit Jasmin Krieger wird Markus Romane, Anthologien und anderes veröffentlichen. Das erste Buch ist die Einhornanthologie "13 Shades of Unicorn" und beinhaltet meine Geschichte, sowie Geschichten von Jana Oltersdorff, Torsten Scheib, Candy Hecht, Rosa Leber, Andreas März, Julia Raschke, Jane Breslin, Markus Kastenholz, Jasmin Krieger, A. M. Arimont, Tobias Habenicht und Annika Leonhardt.

Das Cover stammt von Thorsten Azrael Perne: 


Unser Ziel war es, eine möglichst ungewöhnliche Einhornanthologie zu kreieren und das sollte uns gelungen sein. Die Inspiration zu meiner Geschichte waren der Film "Night of the living dead" und diese Zeichentrickserie um grüne Elfen, die Lisa Simpson früher immer geguckt hat. Beschreiben würde ich es also eine Mischung aus Vorschulkinderzeichentrick und Splatterfilm. Fans von "Happy Tree Friends" dürfen sich freuen.

Außerdem durfte ich bereits Janas Geschichte lesen und abgesehen davon, dass sie wirklich verdammt gut ist, macht sie auch klar, wie abwechslungsreich dieses Buch werden wird.
Erhältlich ist es ab dem 1. April als EBook. Das Print folgt in etwa zwei Wochen. Wer solange nicht warten möchte/kann, bitte hier entlang.

Dass Einhörner gerade voll im Trend liegen, wurde mir tatsächlich erst bewusst, als die Anthologie schon unterwegs war. Ich bin noch nie irgendeinem Trend hintergelaufen. So etwas interessiert mich nicht. Und jetzt tue ich es völlig unbeabsichtigt. Mit Einhörnern. Manchmal ist das Leben schon verrückt.

Bevor ihr aber denkt, ich werde zum Fantasyautoren, sage ich euch, dass sich einiges in Vorbereitung befindet, das wieder dem Horror zuzuordnen und auch meine Einhorngeschichte gewohnt trashig ist.



An dieser Stelle noch ein Hoch auf den K&K Verlag. Ich drücke Jasmin Krieger und Markus Kastenholz fest die Daumen, dass ihr Verlag ein Erfolg wird und werde gerne mitwerben und Projekte anbieten. Die Leipziger Buchmesse liegt nur ein paar Tage zurück und als ich dort war, habe ich mir bereits einen Stand für die beiden vorgestellt. Bis es soweit ist, treffe ich sie hoffentlich mal auf einer Lesung oder einer Convention. Ich bin mir sicher, dass sie alles richtig machen werden. Bei der Namenswahl für den Verlag haben sie es bereits bewiesen, denn keiner kann sagen, ob Krieger oder Kastenholz an erster Stelle steht. Und oft ist die Verteilung der Namen bereits der erste Todesstoß für gemeinsame Projekte, so lächerlich das auch klingen mag.

Wenn ihr dem Verlag auf Facebook einen Besuch abstatten möchtet, geht es hier entlang. 

Bis dahin,

Thomas.