Mittwoch, 21. Mai 2014

Die wunderschöne Welt der Horrorcomics - Teil 2

Weil es beim ersten Mal so schön war, gleich noch ein zweiter Teil zu "Die wunderschöne Welt der Horrorcomics". Im Moment scheinen die richtig angesagt zu sein und besonders Independentverlage setzen auf dieses Genre. Dank Plattformen wie Comixology können Fans auch auf eine gigantische Auswahl älterer Serien zugreifen. Fangen wir gleich mit einer solchen an.

Lurkers: (IDW. Deutsche VÖ: Keine.) Erschienen 2004, geschrieben von Steve Niles und gezeichnet von Hector... Wartet, es kommt gleich... Casanova! Malt euch mal aus, wie dieser Mann sich vorstellt. Mit seinen Zeichnungen hat er mich jedenfalls schnell überzeugen können.
Die Geschichte handelt von Ghouls. Leichenfressende Monster, die ich normalerweise langweilig finde, aber "Lurkers" hat solch eine intensive Atmosphäre, wie ich sie noch nie bei einem Comic erlebt habe. Bei Filmen, Büchern und Videospielen bekam ich schon mal ein mulmiges Gefühl. Aber kein Comicheft hat mich zuvor gegruselt. Die Geschichte um Detective Jack Dietz ist derart spannend und düster, dass sie dem Leser nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird. Absoluter Geheimtipp, leider nicht in Deutschland erschienen.

Extinction Parade: (Avatar Press. Deutsche VÖ: Bisher keine, aber es würde mich nicht wundern, wenn es bei Panini erscheint, die auch andere Serien von Avatar veröffentlichen. Überhaupt erscheint bei denen doch inzwischen fast alles. Kommt man da als Fan eigentlich noch hinter her? Manchmal habe ich das Gefühl, die veröffentlichen mehr Comics, als in den USA erscheinen... Oh, ich schweife ab.)
Die Geschichte ist simpel wie genial. Geschrieben von Max Brooks, welcher schon den "Zombie survival guide" und das Buch "World war Z" (Kleiner Lesetipp nebenbei. Hat außer dem Titel nichts mit dem Film gemeinsam.) schrieb, schmeißt Zombies und Vampire in einen Topf und tatsächlich ist das richtig interessant. Die Toten sind auferstanden. Es herrscht Chaos und die Vampire denken sich: "Großartig. Jetzt brauchen wir uns nicht mehr zu verstecken, denn die Menschen haben ja genug andere Sorgen."
Also wird geschlemmt, dass sich die Balken biegen und wie das bei Avatar eben so ist, in äußert blutiger Form. Doch irgendwann raffen die Vampire, dass ihnen die Nahrung ausgehen wird, wenn die Toten ihnen alles weg futtern. Was werden sie also tun, wenn es keine lebende Menschen mehr gibt?
Im Juli startet die Serie mit einer neuen Nummer 1, unter dem Titel: "Extinction Parade: War".
Das Tempo war bis jetzt recht zäh, doch die gute Idee und die tollen Zeichnungen von Raulo Caceres können gut unterhalten. Die Serie wird übrigens demnächst fürs Fernsehen adaptiert.

Caliban: (Avatar Press. Deutsche VÖ: Siehe "Extinction Parade"... Aber während ich das hier schreibe sind auch erst zwei Ausgaben erschienen.)
Sci-Fi-Horror ist viel zu selten, oder? Es gibt gute Beispiele, wie die "Alien"-Reihe, "Event horizon", "Das Ding aus einer anderen Welt". Garth Ennis sorgt nun für etwas Nachschub und verkürzt somit die Wartezeit auf den Reboot von lizensierten Comictiteln wie "Aliens", "Predator" und "Prometheus", welche bald bei Dark Horse erscheinen werden.  Die Geschichte handelt von der Crew des Raumschiffes Caliban, welches mit einem außerirdischen Flugobjekt kollidiert. Die Crew nutzt gleich mal die Chance eine Sightseeingtour zu unternehmen. So etwas sieht man schließlich nicht alle Tage.
Ich bin ein großer Fan von Garth Ennis und als ich von "Caliban" las, konnte ich es kaum erwarten die erste Ausgabe in den Händen zu halten. Ich würde mir noch etwas mehr Tempo wünschen, aber was nicht ist, kann noch werden. Bis jetzt verläuft die Miniserie noch etwas überraschungsarm.

Ghosted: (Image Comics. Deutsche VÖ: ... Ihr wisst schon...)
Joshua Williamsons erster Mehrteiler seiner Serie "Ghosted" war eine Mischung aus "House on haunted hill" und "Ocean's eleven". Der Meisterdieb Jackson Winters soll einen Geist aus einem Spukhaus stehlen und stellt sich dafür ein Team aus spirituellen Figuren und Scharlatanen zusammen. Ein wirklich unterhaltsames Comic, dessen Held es gerade nach Mexiko verschlagen hat, wo er ein besessenes Mädchen aus den Fängen einer Sekte befreien soll. In beiden Fällen steckt mehr dahinter, als es zuerst scheint. Die Serie ist wirklich super. Zu Beginn der zweiten Storyline etwas zäh, dank der tollen Idee aber wirklich unterhaltsam und gerade nimmt sie wieder an Fahrt auf. Inzwischen ist mit "Nailbiter" eine zweite Serie von Williamson bei Image erschienen und wird mit guten Kritiken überhäuft. Es geht um eine Stadt, aus der mehr Serienkiller zu stammen zu scheinen, als aus irgendeiner anderen. In der ersten Ausgabe mag nicht viel geschehen, doch sie ist toll erzählt und nach "Ghosted" bin ich gespannt, was Williamson noch alles zu bieten hat.

Und dann sind da noch ein paar Serien, welche demnächst in den USA erscheinen und auf die ich mich besonders freue:

Empty Man: (Boom Stdudios)
Allmählich glaube ich, dass der Autor Cullen Bunn jede zweite Comicserie in den USA schreibt. Er arbeitet für DC, Marvel, Monkeybrain Press, Oni und bald auch für Boom und IDW. Aber wenn die Qualität die gleiche ist wie bei "The remains" (Siehe: "Die wundervolle Welt der Horrorcomics - Teil 1") freue ich mich darüber. "Empty Man" erzählt von einer mysteriösen Seuche, welche Menschen erst zu blutrünstigen Bestien mutieren und dann sterben oder in einen katatonischen Zustand verfallen lässt. Mit "The remains" hat Bunn bewiesen, dass er Horror schreiben kann. Ich wage es jetzt schon ihn als den Stephen King der Horrorcomics zu bezeichnen. Alleine die zwei Bilder, welche ich bisher von "Empty Man" gesehen habe, konnten mich von der dichten Atmosphäre überzeugen. Im Juni weiß ich dann mehr.

The devilers: (Dynamite Entertainment)
Eigentlich meide ich Dynamite ein wenig. Viele Serien konnten mich gar nicht, oder nur kurz überzeugen. Wollen wir mal hoffen, dass das interessante Konzept von "The devilers" besser da steht. Es geht um eine Gruppe Exorzisten, welche das Böse bekämpft. Ein Horrorcomic mit dem Flair von Buddymovies wie "Nur 48 Stunden", "Lethal Weapon" und so weiter, was den Humor angeht. Flapsige Sprüche sind also schon einmal vorprogrammiert. Ich bin sehr gespannt auf diese Mischung. Die erste Ausgabe erscheint im Juli.

Godzilla: Catalysm: (IDW)
Cullen Bunn schlägt wieder zu und schreibt für IDW eine Miniserue um meine Lieblingseidechse. Bleibt zu hoffen, dass die Serie mehr Godzilla entählt, als der neueste Film und dass sie nicht so entsetzlich gezeichnet ist, wie die derzeitige, monatliche Serie. Bisher konnte IDW mich mit seiner ersten Serie um Godzilla überzeugen, welche von Eric Powell geschrieben wurde. Besonders gut blieb mir auch John Laymans Miniserie "Godzilla: Gangsters and Goliaths" im Gedächtnis, welche ich als "Die hard" meets "Godzilla" bezeichnen würde. Nach diesen Serien solltet ihr Ausschau halten. Im August beginnt Bunns Miniserie um den jungen Hiroshi, welcher in einer apokalyptischen Welt eine Verbindung zu Godzilla entdeckt.

Und dann sind da noch die oben schon erwähnten Titel "Predator", "Aliens", "Prometheus" und "Aliens vs. Predator". Da Dark Horse die Rechte an den "Star Wars"-Comics an Marvel/Disney verloren hat, setzen sie wieder auf altbewährte Verkaufsschlager. Wann die Serien erscheinen, weiß ich leider noch nicht.

Vielleicht war die eine oder andere Serie dabei, die euch neugierig gemacht hat und nach der ihr nun Ausschau halten wollt. Ein dritter Teil von "Die wunderschöne Welt der Horrorcomics" kommt bestimmt. Schließlich gibt es mehr als genug solcher Comics und ich kann mich gar nicht an ihnen satt lesen.

Bis dahin!

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