Mittwoch, 28. Mai 2014

Geschichten entstehen wie Puzzle

Kennt ihr das? Ihr denkt an eine bestimmte Art von Geschichte und dass ihr eine solche gerne mal schreiben würdet. Aber ihr habt keine Idee. Seit längerem denke ich daran eine düstere SciFi-Geschichte zu schreiben, ich weiß aber noch nicht, worum es gehen soll. Im Moment stehen ohnehin andere Projekte an, weswegen das noch Zeit hat. Ich behalte es also im Hinterkopf.

Dann dachte ich aber auch daran, endlich mal wieder etwas wirklich gruseliges zu schreiben. Etwas, wonach selbst Superman zweimal nachgucken geht, ob er die Tür seiner Festung der Einsamkeit auch abgeschlossen hat und Batman bittet bei ihm zu übernachten. Aber ich hatte keine Idee. In letzter Zeit habe ich viel Wert darauf gelegt die Leute zu unterhalten. Dabei streute ich etwas Action und Humor in meine Horrorgeschichten. Gruselig waren sie vermutlich weniger, aber solange ich die Leute unterhalten kann,  ist das okay für mich. Ich grusle mich selber nur äußerst selten.

Aber dann fiel die Geschichte wie ein Puzzle zusammen. Ich war nicht auf der Suche nach Inspiration, wollte einen gemütlichen Sonntag verbringen, doch ich hab hier was gelesen, da was im Fernsehen gesehen und die Figur hatte ich ohnehin schon vor Augen. Nichts davon hatte mit dem andren zu tun, aber es passt wunderbar zueinander. Auf einmal begann die Geschichte zu leben.

Als Autor macht man sich auch viele Notizen zu Ideen, die später noch weiter ausgearbeitet werden sollen. Das kann manchmal innerhalb von Minuten, Stunden oder Monaten passieren. Eine trage ich seit einem Jahr mit mir herum und kürzlich dachte ich beim lesen eines Swamp Thing Comics, wie gerne ich mal über einen monströsen Helden schreiben würde, der ohne Schmalzlocke und nach außen gestülpte Unterhose auskommen muss (So sehr ich Superhelden auch mag...). So wie der Hulk, Hellboy oder Thing von den Fantastic Four. Und irgendwann fiel mir ein, dass ich letztes Jahr eine solche Figur samt Geschichte entworfen habe. Sie muss nur endlich geschrieben werden.

Manchmal sind Geschichten wie Puzzle. Wir müssen nur die richtigen Teile zusammenfügen und sehen dann das große Ganze.Wir sollten uns nicht darauf verkrampfen sie auf Teufel komm raus zu schreiben, sondern ihnen Zeit geben sich zu entwickeln und sehen, wohin uns das führt, denn dann entstehen Möglichkeiten, die wir vorher gar nicht in Betracht gezogen haben.

Deswegen stöbere ich auch so gerne in meinem Notizbuch und entdecke immer wieder Handlungen, die sich verbinden lassen und so wird aus einer Idee zu einer Kurzgeschichte plötzlich ein Roman. Es reicht auch ein einfacher Gedanke: "Was wäre wenn..."
Von Marvel Comics gab es mal die Serie "What if..." in welcher es jedes Mal zu Geschichten außerhalb der Kontinuität kam. Spider-Mans Tante May war plötzlich der neue Herold für den Weltenfresser Galactus, Wolverine war Herrscher der Vampire und Conan der Barbar wurde Anführer einer Gang in der Gegenwart. Ganz so wild müssen wir es ja nicht treiben, aber wenn ihr mal bei einer Idee nicht weiter kommt, fragt euch was wäre, wenn ihr jenen oder diesen Schritt wagt. Es muss nichts bedeutendes sein. Meine Figuren einen Schritt vor die Tür setzen zu lassen und die Handlung somit nicht nur an einem Ort spielen zu lassen, reichte bei mir plötzlich aus, der Geschichte viele weitere Facetten hinzufügen zu können. 
Klingt lächerlich, nicht wahr? Und deswegen ist es auch so einfach.

Bis dahin,

Thomas. 

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