Sonntag, 15. Juni 2014

Jenseits von Metropolis

Ab und an schreibe ich hier über interessante Horrorcomics. Als Autor des "schwarzen Genres" (Wie eine Bekannte es mal genannt hat.) decke ich mich Monat für Monat mit solchen ein. Ich bin aber auch ein großer Fan von Superhelden und Stoff, der sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt. Deswegen möchte ich mal über eben solche Comics schreiben, die stark aus der Reihe tanzen und nicht wirklich Horror- oder Superheldengeschichten erzählen. Sie liegen irgendwo dazwischen, oder ganz woanders.

Manifest Destiny: (Image Comics)
Obwohl ich jeden Monat nach interessanten Neuerscheinungen und Erstausgaben neuer Serien Ausschau halte, ist es unmöglich alles zu entdecken, geschweige denn zu kaufen. Dass Manifest Destiny komplett unter meinem Radar war, wundert mich aber schon. Inzwischen sind 7 Ausgaben erschienen, die ich mir nächträglich zugelegt habe, als ich die Handlung las: 1804 machen sich Captain Meriwether Clark und Leutnant William Clark auf den Weg zu einer Expedition in noch unerforschte Regionen Amerikas. Dabei stoßen sie auf mysteriöse Kreaturen, kriegen es mit Verrätern in den eigenen Reihen und allerlei anderen Gefahren zu tun.
Wäre ich nicht glücklich verheiratet, würde ich jetzt sagen: "Ich bin verliebt!"
Die von Chris Dingess geschriebene Serie ist dank ihrem Setting, das vor 200 Jahren spielt, sehr ungewöhnlich und bietet eine Menge frischen Wind. Matthew Roberts' Zeichnungen sind toll und passen perfekt zu der Handlung.
Am besten lässt sich die Serie als Mischung aus Dschungel- und Expeditionsabenteuer mit Horrorelementen beschreiben, wobei sie nie zu düster wird. Es gibt genügend Humor, Twists und eine Menge Rätsel. Manifest Destiny ist mit Abstand eine der spannendsten Serien, die ich in letzter Zeit entdeckt habe und eine willkommene Abwechslung. Hoffentlich hält sich die Serie noch lange und geht vor lauter Rätseln nicht unter, wie es "Lost" seinerzeit tat. Aber noch stehen wir am Anfang der Serie. Es wirkt nur gerade leicht überladen, was auch schon mein einziger Kritikpunkt ist. 

Magneto: (Marvel Comics)
Ja, genau. Erzfeind und Teilzeitmitglied der X-Men Magneto hat mal wieder eine eigene Serie. Geschrieben wird sie von Cullen Bunn, welcher dafür sorgt, dass sie nicht in das altbekannte Superheldengenre abrutscht, sondern eine düstere Geschichte um einen Anti-Helden auf Seite der Mutanten bietet. Magneto versucht herauszufinden, wer Menschen in Sentinels (Roboter, die Mutanten jagen) umbaut und mit ihnen Artgenossen tötet.
Die Serie ist tatsächlich nicht für Kinder gedacht, recht brutal und oft ziemlich finster. Serien um Superschurken halten sich meist nicht lange, obwohl ihre Antagonisten genauso beliebt sind, wie Superhelden. Sicher ist es auch schwer, über sie zu schreiben. Die Autoren können sie nicht einfach große Erfolge erzielen lassen, was also mit ihnen machen? Die wirklich witzige Serie "Superior foes of Spider-Man" von Nick Spencer endet demnächst nach zwei Jahren. Eine viel längere Laufzeit gebe ich Magneto auch nicht, aber es wird mit Sicherheit eine der besten Serien um die Figur.

Turok: (Dynamite Comics)
Turok hat eine laaaange Geschichte hinter sich. 1954 erschien er zum ersten Mal bei Dell Comics und sollte danach noch in Serien von Valiant, Acclaim und Dark Horse erscheinen, bevor er 2014 bei Dynamite ein neues Zuhause fand. Vielleicht kennt ihr eines der Videospiele um den amerikanischen Ureinwohner, welcher gegen Dinosaurier und andere Gegner kämpfen muss. In der ersten Storyline von "Planet Hulk"-Autor Greg Pak landen die Spanier im damaligen Manhattan (Das ganz bestimmt noch nicht Manhattan hieß, aber die Geschichte spielt eben dort.) und benutzen die Dinosaurier als Waffen, um den Ungläubigen den Gar aus zu machen. Es gibt Action satt und mit Turok einen recht ungewöhnlichen Helden, der bei seinen eigenen Leuten als Außenseiter gilt. Ich habe erst zwei Ausgaben gelesen, aber wie schon Manifest Destiny hebt die Serie sich positiv vom Rest ab und bietet willkommene Abwechslung. Auch hier konnte mich das Setting überzeugen und als Fan von Dinosaurieraction kommt man auf seine Kosten.
  
Big Trouble in little china: (Boom Comics)
Yep, Jack Burton is back. Und auch wenn ich kein Fan von Comics bin, die mehr oder weniger auf Filmen, TV-Serien, Videospielen oder so beruhen, habe ich mir die erste Ausgabe geholt, da nicht nur  Regisseur John Carpenter des gleichnamigen Films an der Serie schreibt, sondern auch Eric Powell, welcher mich schon mit seinen Serien "The Goon" und "Godzilla: Kingdom of monsters" begeistern konnte. Die Geschichte setzt kurz nach Filmende ein. Jack Burton ist wieder mit seinem Truck unterwegs, als ihm das haarige Monster aus dem Film über den Weg läuft, welches damals viel zu kurz kam. Allerdings nicht, um ihn anzugreifen, sondern, weil es in ihm seinen neuen Meister gefunden hat. Auf der Hochzeit von Jacks Freund beginnt dann der ganze Ärger von vorne, als chinesische Dämonen angreifen.
Die erste Ausgabe war überraschend gut, doch die Zeichnungen von Brian Churilla sind mir zu sehr Cartoon. Man hat das Gefühl ein Popeye-Comic in den Händen zu halten. Auch störte mich die etwas hektische Erzählweise beim Finale und der Humor ist etwas zu albern. Alles in allem aber nicht schlecht, was den Fans des Films geboten wird. Einen Blick könnt ihr also riskieren, wenn ihr den Streifen mochtet. Es handelt sich hierbei übrigens um eine fortlaufende Serie und keine Einzelausgabe, oder so. 

Ich hoffe, diese kleine, aber feine Auswahl hat euch gefallen. Falls ihr Serien außerhalb der Norm sucht, kann ich immer wieder Independentpublisher wie Avatar, Dark Horse, Image, Boom, Dynamite und so weiter empfehlen. Viele Serien spielen in ihrem eigenen Universum, was eine Menge mehr Freiheit bedeutet, als wir es von Marvel und DC gewohnt sind, wo sich die Superhelden praktisch auf die Füße treten. Ich mag zwar Team-Ups, aber auch kreative Freiheit und während es bei Marvel heißt: "Du kannst New York nicht zerstören! Da leben 95% unserer Charaktere!", heißt es woanders: "Mach doch, was du willst!"

Bis dahin,

Thomas.

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