Freitag, 17. Oktober 2014

Thor ist ein Weib und Sabrina eine alte Hexe!

Wenn ich mich in Sachen US-Comics nicht immer auf dem Laufenden halten würde, hätte ich irgendwann wohl im Comicladen vorm Regal mit den Neuheiten gestanden und gefragt: "Alter , was ist denn hier los?"

Thor ist eine Frau?
Teenagerhexe Sabrina spielt in einer waschechten Horrorserie mit?

Was kommt als nächstes? Spider-Pig? Oh ... Da war ja was.

Dass Marvel uns seine Charaktere in einer neuen Version präsentiert, ist nicht neu. Auch Thor hat schon mehrere hinter sich. Ob da eine weibliche bei war, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber um den neuen, weiblichen Thor wird nun ein Riesenbuhai gemacht und die Serie beginnt mit einer neuen Nummer 1. Auch das ist nicht neu. Inzwischen hat man das Gefühl, dass jede Serie von Marvel alle zwei Jahre von vorne anfängt. Man stelle sich also folgendes Szenario im Comicladen vor.

Leser: "Ich hätte gerne Captain America 25."
Comicverkäufer: "2008? 2010? Oder 2012?"
Leser: "Äh... Das, in dem er stirbt."
CV: "2008? 2010? Oder 2012?"
Leser: "Verkaufen Sie auch Lustige Taschenbücher?"

Derzeitiger Thor-Autor Jason Aaron ist immerhin bekannt dafür, alles etwas anders zu machen und seine Serie "Thor: God of thunder" bekam tolle Kritiken. Da muss ich noch einen Blick riskieren. In der ersten Ausgabe der neuen Serie geht es aber zuerst einmal um den bekannten Thor, der seinen Hammer plötzlich nicht mehr heben kann. (Oh, Gott. Wie sich das anhört! Ich meinte natürlich Mjölnir! Thors Hammer? Ach, vergesst es!)
Wieso? Das wurde nicht so ganz verraten. Passiert ist es im vorangegangenen Event "Original Sin", das die dunklen Geheimnisse bekannter Helden ans Tageslicht förderte ... Und nicht wirklich spektakulär war, soweit ich das mitbekommen habe.
Natürlich bekommen wir vom neuen Thor noch nicht viel zu sehen, dafür eine coole Szene mit den altbekannten Eisriesen, die Lust auf mehr macht. Ich denke aber, dass ich auf das Tradepaperback mit der ersten, gesammelten Storyline warte.    

Und was ist da mit Sabrina los? Eben hat sie noch schlechte Witze in einer Fernsehserie gerissen und jetzt wünscht sie dir Pickel an den Arsch. Der Verlag Archie-Comics, bekannt für Comics die jeder Altersgruppe zugänglich sind, meinte es ernst, als er seine Zombieserie "Afterlife with Archie" ankündigte und mit ihr vollends überzeugen konnte. Den Ruhm von "The walking dead" wird sie nicht erreichen, aber verstecken braucht diese Serie sich nicht. Es geht hart und düster zur Sache.
So auch in "The chilling adventures of Sabrina", das mit mehreren Covern erscheint und eines erinnert stark an das Kinposter zu "Rosemary's Baby." Das Comic selber ist im Retro-Look gezeichnet und zieht einem glatt die Schuhe aus. Sabrina wird Halloween 1951 in einen Hexenzirkel hineingeboren. Ihre Mutter wird sie niemals kennen lernen und ihr Vater verschwindet nach ein paar Jahren. Nicht ganz freiwillig, so viel sei verraten. Sie wächst bei ihren Tanten auf, die natürlich auch Hexen sind und zieht mit ihnen in Riverdale in ein ehemaliges Bestattungsinstitut. (Weckt Erinnerungen an den Film "Das Haus an er Friedhofsmauer", oder? Kennt ihr nicht? Dürfte nach Jahren bald auch in Deutschland zu haben sein.) Und ab hier habe ich mich erst einmal gepflegt gelangweilt. Sabrina geht an eine neue Schule, verliebt sich in den Footballschönling, ihr Cousin hilft ihr bei einem Liebeszauber, blah, blah, blah...

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dies alles schon einmal gesehen zu haben. "Chilling advtenures..." soll ganz klar auch das weibliche Publikum ansprechen und es mag ja sein, dass diese Art von Geschichte (Jugendliche Schwärmerein) bei ihnen zündet, aber mich kann man damit bekanntlich jagen. Ich war schon nahe dran die Serie gleich wieder aufzugeben, als das wirklich spannende Finale der ersten Ausgabe noch einmal die Kurve kriegt. Etwas aus der Vergangenheit von Sabrinas Vater erscheint auf der Bildfläche und da dieser verschwunden ist, wird sich die junge Hexe mit diesem Wesen befassen müssen. Nur weiß sie noch nichts davon. Auch könnte es etwas Licht in das Verschwinden ihrer Eltern bringen, das bisher nur dem Leser bekannt ist.

Gut, okay. Ich will wissen, wie es weitergeht und würde mich freuen, wenn der Liebeszauber auf grauenvolle Weise schief läuft. Archie-Comics beweist eine Menge Mut mit seinen Horrorcomics. Und Talent! Die Zeichnungen sind hervorragend, die Geschichten mächtig düster und alles in allem brauchen sie sich nicht hinter bekannteren Namen wie "The walking dead" oder ähnlichen zu verstecken.

Deswegen bin ich auch wirklich gespannt auf das Crossover "Archie meets Predator", das brutale Morde im Predator-Stil enthalten soll, aber hoffentlich im bekannten Cartoon-Stil der Archie-Comics gezeichnet sein wird. Erscheinen soll es April 2015. Und wer weiß, ob wir danach nicht auch ein "Archie meets Aliens" erleben dürfen?

Bis dahin,

Thomas. 


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