Freitag, 28. November 2014

Wutschreiben!

Das ist also mal wieder einer dieser Tage, an denen die Milch noch vor Ablaufen des MHDs sauer geworden ist, der Fernseher kaputt geht und mir eine Fußballmannschaft in den Garten gekackt hat.
Verdammte Axt, bin ich sauer. Ich könnte die Wände hochgehen, oder noch besser: Auf sie einprügeln. Aber schließlich brauche ich meine Hände, um zu schreiben.
Und genau das tue ich in solch einem Moment.

Wenn ich einen schlechten Tag habe, hilft nichts besser als zu schreiben. Für eine Weile versinke ich in meiner eigenen Welt, begleite meine Figuren und erlebe die Geschichte hautnah mit. Ihr kennt dieses Gefühl bestimmt vom lesen. Für ein paar Stunden kann euch die Welt mal kreuzweise, denn ihr begleitet den Helden des Romans durch sein neuestes Abenteuer und hofft mit ihm, dass alles gut wird. Es entspannt euch und so geht es mir mit dem Schreiben. Ob wirklich alles gut wird, kann dabei selbst ich nicht immer sagen. Mag ja sein, dass ich meinen Helden am Ende aufrecht stehen sehen möchte, den Blick in die Ferne gerichtet, bereit sein Leben zu genießen, das er so oft riskiert hat.

Es kommt aber auch vor, dass er plötzlich zermatscht am Boden liegt, ich den Bildschirm anstarre und denke: "Wann ist denn das passiert?"
Geschichten und Figuren entwickeln ein Eigenleben und dieses mit zu verfolgen, ohne wirklich etwas dazu beizusteuern, ist ein großartiges Gefühl. Ich erlebe die Geschichte wie ein Leser, der sie zum ersten Mal in der Hand hält, mische mich nur ein, wenn es sein muss und lasse sonst alles und jedem freien Lauf.

Und wenn ich fertig und zufrieden bin, fühle ich mich besser.
Die Milch schmeckt wieder, denn sauer macht lustig.
Den Fernseher brauche ich nicht, denn ich kann in Ruhe schreiben oder lesen und es ist schließlich einer dieser sieben Tage in der Woche, an denen nur Schrott läuft.
Was den Garten betrifft ...
Der nächste Schnee kommt bestimmt, dann sieht es keiner mehr. 

Schreiben ist wie Therapie. Ich würde ohne wahnsinnig werden.

Bis dahin,

Thomas

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