Montag, 25. Januar 2016

Meine Schrei(b)woche (18.01.16 - 24.01.16)

Ist es wirklich schon wieder 2 Wochen her, dass ich hier etwas gepostet habe? Gut, die die letzten Tage vergingen auch wie im Flug, also eigentlich kein Wunder. Der eine oder andere hat es auch schon mitbekommen, dass ich recht wenig blogge, was auch damit zu tun hat, dass ich lieber an meinen Geschichten schreibe, als an einem Blogbeitrag.
Ab sofort möchte ich jedoch jede Woche rückblickend Revue passieren lassen und darüber berichten, was sich bei meinen Schreibprojekten getan hat. Wie weit ich mit einer Novelle, meinem Roman oder einer Kurzgeschichte bin. Was für Möglichkeiten ich für mich entdeckt habe, um produktiver zu sein und schneller zu schreiben.
Wann die nächste Veröffentlichung kommt und so weiter. 
Natürlich werde ich auch weiterhin über Einflüsse wie Filme, Comics und Bücher schreiben, die ich entdeckt habe.
Und die vergangene Woche ist der ideale Start für diese Kolumne, die ich "Schrei(b)woche" nennen möchte. Das B sitzt in Klammern, weil ich immer noch Horrorautor bin ;-) 
Und weil man als Autor manchmal echt verzweifelt und schreien möchte, aber dazu kommen wir gleich.

2016 fing mit einem tollen Schreibevent an, welches das komplette Jahr andauern wird und sich "WriYoBos" nennt. Es findet im Forum der Schreibnacht statt und natürlich auch in verschiedenen Gruppen auf Facebook. Etwa 100 Autoren schreiben in vier verschiedenen Gilden, um ein vorher festgelegtes Wortziel zu erreichen. Dieses durfte jeder für sich entscheiden. Ich habe mir vorgenommen, jeden Monat 20.000 Wörter zu schreiben und habe dieses Ziel bereits überschritten. Mit verschiedenen Aktionen motivieren wir uns zu schreiben und natürlich darf ein kleiner Konkurrenzkampf zum Spaß zwischen den Gilden nicht fehlen.
Aber auch aus vielen anderen Gründen kann ich euch dieses Forum nur ans Herz legen, wenn ihr schreiben solltet, denn es macht keinen Unterschied, ob ihr Bestsellerautor seid und auf einem Berg aus Geld schlaft, oder ob jede eurer Geschichten in der Schublade endet. Hier findet ihr Leute, die das Schreiben lieben, sich darüber austauschen und sich gegenseitig motivieren. Es ist auch egal, in welchem Genre ihr schreibt.
Wer meine Stories kennt weiß, dass es bei mir düster oder blutrot zugeht. Trotzdem bin ich Teammitglied geworden und fühle mich dort pudelwohl.

Im Forum habe ich letzte Woche auch ein kleines Experiment gewagt, dem sich andere angeschlossen haben.
Ich gebe zu, dass ich furchtbar leicht abzulenken bin, wenn ich schreibe. Fährt draußen ein rotes Auto vorbei, muss ich ihm schreiend hinter her rennen. Und wenn man schreibt, sind Facebook und Co. auch nur einen Klick entfernt. Also habe ich mir vorgenommen nur morgens und abends je 30 Minuten online zu sein. E-Mails lesen, soziale Netzwerke abklappern, Trailer anschauen und was ich sonst so online mache. Alles Dinge, die nicht weglaufen. Dann bin ich eben nicht der erste, der den neuen Trailer zu "Suicide Squad" sieht. Ich erfahre als letzter von einem neuen Burger (Okay, das ist schon bitter.) und höre erst nach allen anderen den neuen Song von Anthrax. Aber schadet es mir? Nein, denn in der Zeit, in der ich das Internet gemieden habe, habe ich 10 Seiten an meiner neuen Novelle geschrieben. An zwei Tagen habe ich eine Kurzgeschichte geschrieben, die ich für Februar vorgesehen hatte und den Beginn meiner Novelle noch einmal überarbeitet. Und das waren nur die ersten vier Tage!!!

Ich werde also auch weiterhin etwas weniger online sein, denn ich merke deutlich, wie viel konzentrierter ich schreibe und dass es einfach schneller geht, wenn ich ... Rotes Auto. Entschuldigt mich kurz.

Wo war ich? Ach ja, ich hab nicht nur geschrieben, sondern auch angefangen, wieder mehr zu lesen.
Gut unterhalten hat mich das Comic "Predator: Fire and Stone", in dem ein Mensch an einen Predator gekettet ist und mit ihm eine Art Buddy Movie erlebt. Sie werden auf dem Planeten, auf dem sie gestrandet sind, nur überleben, wenn sie zusammenhalten. Mal was anderes und kurzweilige Unterhaltung. Ich bin großer Predator-Fan, muss aber zugeben, dass die Comics oft nach Schema F verfahren. "Predator kommt, Predator sieht, Predator jagt." Etwas mehr Handlung darf es doch sein, oder?

Begeistert hat mich "Witchfinder: In Service of angels" von Hellboy-Erfinder Mike Migonla. Eine düstere Miniserie, angesiedelt 1879 in London. Migonlas Phantasie ist unglaublich und mit dieser erzählt er eine düstere Geschichte um Geister und Monster. Ein wirklich toller Mix mit klasse Horrorelementen. Die Witchfinder Comics werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.  

Kommen wir dazu, warum ich als Autor auch kurz verzweifelt bin.
Seit ein paar Jahren arbeite ich an meinem Roman und während andere Autoren in dieser Zeit mehrere Bücher veröffentlicht haben, bin ich nicht mal über die ersten 100 Seiten hinausgekommen. Nicht, weil mir die Idee nicht gefällt. Ich würde wohl kaum so lange an ihr festhalten, wenn dem so wäre, aber ich wusste nie recht, wie sie aussehen soll.
Sie entwickelte sich zu einem Fantasyroman und ich merkte irgendwann, dass das nicht das ist, was ich schreiben will. Meine Leser dürften inzwischen wissen, was sie von meinen Geschichten erwarten können. Und das möchte ich auch liefern.
Schweren Herzens habe ich mich entschieden das Ding einzureißen, obwohl ein paar Testleser bereits begeistert waren. Wenn ich nicht damit zufrieden bin, kann ich es nicht weiter schreiben. Warum sich ewig mit etwas quälen, anstatt es zu überdenken und es besser wieder aufzubauen? Inzwischen weiß ich, wo ich mit meinem Roman hin will und werde wieder anfangen ihn zu schreiben, wenn ich den richtigen Anfang vor Augen habe.

Jetzt ist der erste Teil meiner neuen Kolumne doch ganz schön lang geworden. Was so in einer Woche alles passieren kann...

Ich verabschiede mich und melde mich nächste Woche mit meiner nächsten "Schrei(b)woche" zurück. Vielleicht habe ich es bis dahin auch mal geschafft meine "Top 5 Bücher 2015" zu posten.

Macht es jut,

Thomas.

Kommentare:

  1. Hallo Thomas,

    interessant, einen kleinen Einblick in das Leben und Arbeiten von anderen Autoren zu bekommen. Ich bin ja froh, dass ich nicht die Einzige bin, die ihre Romane gelegentlich auf Eis legt. Wenn du wirklich schon seit Jahren daran herumwerkelst und einfach nicht richig weiterkommst, dann ist es wohl am besten, das Werk beiseite zu legen und sich anderen Geschichten zuzuwenden. Wer weiß, vielleicht bekommst du ja irgendwann mal wieder Lust darauf? Und wenn nicht, dann werden neue Projekte kommen.

    Ich werde deine Kolumne auf jeden Fall weiter verfolgen.

    Liebste Grüße
    Myna
    von www.myna-kaltschnee.com

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich, dass es dir gefallen hat. Ich arbeite nun erstmal alle für dieses Jahr geplante Kurzgeschichten ab, um mich dann voll und ganz auf große Projekte konzentrieren zu können.

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