Sonntag, 24. Juli 2016

Ausschreibungen: No risk, no fun!

Gerade eben ist es wieder passiert. Mir kam eine Idee für eine Kurzgeschichte und ich habe nicht die geringste Ahnung, ob sie das Richtige für die geplante Anthologie ist, an der ich gerne teilnehmen würde. Trotzdem werde ich versuchen, sie rechtzeitig zu schreiben und einzureichen.

Wieso, wenn ich mir doch unsicher bin?
Gegenfrage: Wieso nicht? Wenn ich es nicht versuche, erfahre ich doch nie, ob es funktioniert hätte.
Absagen sind blöd, keine Frage. Aber auch kein Beinbruch. Ich hab schon abgelehnte Geschichten bei anderen Verlagen veröffentlicht. Das ist eben Geschmacksache der Herausgeber und bei jeder Absage erinnere ich mich daran, dass auch Dan Brown und J. K. Rowling zu kämpfen hatten, bevor ihr Durchbruch kam.

Ich will mich keinesfalls mit ihnen vergleichen, aber dieser Gedanke macht mir Mut. Und der, dass man nicht immer jeden Geschmack treffen kann. So gehe ich auch an jede meiner Geschichten heran. Nicht alle Leser werden mögen, was ich schreibe, aber so ist das nun mal. Nicht jeder liest Stephen King und dennoch gehen seine Bücher weg wie warme Semmel.

Ein weiterer Grund, warum ich so gerne an Ausschreibungen teilnehme, ist die Spannung. Gut, es mag quälend sein, monatelang auf eine Antwort zu warten und wenn man dann die Liste mit den angenommenen Autoren überfliegt und seinen Namen nicht findet, ist das traurig. Doch dann versucht man es nochmal. Eine Absage heißt nicht, dass die Geschichte schlecht ist, aber es kann zu über 300 Einsendungen kommen, von denen es aus Platzgründen nur 12 in die Anthologie schaffen. Unter den verbliebenen Geschichten sind sicher tolle Beiträge, aber der Herausgeber muss ich schweren Herzens entscheiden.

Und der Autor muss weiter machen, sich von anderen Autoren und Gegenlesern Tipps holen. Ein kleiner Tipp von meiner Seite ist das Schreibnachtforum, in denen sich Autorinnen und Autoren aller Art gegenseitig Motivation und Hilfestellungen geben. Hier ist jedes Genre vertreten. Es gibt über 5000 Threads und über 1000 Mitglieder. Da sollte für jeden was dabei sein.

Beim Schreibmeermagazin findet ihr immer wieder nützliche und sehr gut geschriebene Beiträge zu allerlei Themen rund ums Schreiben. Man merkt, dass das Team weiß, wovon es redet.

Worauf ich mit diesem Post eigentlich hinauswollte ist: Riskiert was!
Wenn ihr wissen wollt, ob eure Geschichten Erfolg haben, reicht sie ein. Mehr als "Nein" sagen können Verlage nun auch nicht und das tat nur vorübergehend weh. Bei keiner meiner Geschichten rechne ich mit einer Veröffentlichung, obwohl ich schon bald in über 20 Büchern mitgewirkt habe und inzwischen zu Anthologien eingeladen werde. Es ist aber immer wieder schön zu sehen, dass Herausgeber Mut zeigen, ebenfalls etwas riskieren wollen und möchten, dass ihre Anthologien möglichst abwechslungsreich werden.

Deswegen werde ich auch versuchen, meine neuste Idee zu verwirklichen. Sonst werde ich nie erfahren, ob es vielleicht geklappt hätte. Und gerade in solchen Fällen ist das Glücksgefühl bei einer Zusage jedes Mal unglaublich ;-)  

Bis dahin,

Thomas.


    

Kommentare:

  1. Getoppt wird das Gefühl nur noch dadurch, wenn man das frisch gedruckte Werk in die Hände bekommt. ;-)

    Aber du hast auf jeden Fall recht. Manchmal wartet die Geschichte in der Schublade auf die passende Ausschreibung und nicht andersrum.

    Manchmal wünschte ich auch, ich hätte noch Zeit für mehr Ausschreibungen.

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    1. Dieses Jahr werde ich noch an ein paar teilnehmen. Für 2017 habe ich mir mehr eigenständige Projekte vorgenommen.

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