Freitag, 29. Juli 2016

"Mach dein Ding!" - Wieso Autoren einfach sie selbst sein sollten

In meinem letzten Post habe ich erklärt, warum ich an Ausschreibungen teilnehme, obwohl ich jedes Mal mit Absagen rechne. Diesmal möchte ich darauf eingehen, warum ich mich nicht auf Teufel komm raus verbiegen möchte, um dabei sein zu können. Und warum gerade das von Erfolg gekrönt zu sein scheint.

Schreiben tue ich seit meiner Kindheit. Also lange genug, um vieles ausprobiert zu haben. Ich habe mir bei anderen Autoren etwas abgeschaut, versucht so zu schreiben, wie die Leser es mögen (Als könnte man das eingrenzen ...), so wie sie es ganz bestimmt nicht mögen und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich merkte, was mir am meisten Spaß macht. Es muss schon die ganze Zeit da gewesen sein, aber es wollte mir einfach nicht bewusst werden. Drauf gekommen bin ich durch verschiedene Rezensionen, denn wie soll ein Autor sonst erfahren, was ihm liegt, wenn nicht mit Hilfe anderer Menschen?

Ich muss einfach nur ich selber sein. Wenn ich nicht die Geschichte schreibe, die ich schreiben möchte und so wie ich sie möchte, macht es mir keinen Spaß und ich quäle mich mit dem Manuskript. Jeder Satz wirkt lächerlich, ich weiß nicht, wohin mit der Geschichte. Am liebsten würde ich alles hinschmeißen und die Geschichte einfach bleiben lassen.
Es sei denn, ich kann ich machen was ich möchte. Ob das ankommt? Wie ich schon letztes Mal erklärte, weiß man so etwas vorher nie so genau. Also probiert man es aus. Inzwischen wurden Geschichten von mir veröffentlicht, die ich mit dem Gedanken eingereicht habe: "Na ja, es ist nicht das, was der Verlag möchte, aber jetzt hab ich es geschrieben."
Und auch in meiner als Selfpublisher veröffentlichten Sammlung "Weird Trip" gibt es Geschichten, bei denen ich mir nach der Veröffentlichung sicher war, dass sie keiner mögen würde. Interessanter Weise zählen diese oft zu den Favoriten der Leser.

Wenn ich ich selber sein kann, macht mir das Schreiben am meisten Spaß. Die Geschichte und ihre Charaktere erwachen zum Leben. Ich muss nicht mehr überlegen, wo die Story hinführen soll, sondern ich beobachte nur noch. Charaktere entwickeln sich, völlig ungeahnte Schauplätze tun sich vor mir auf. Es macht die Sache so viel leichter.

Und diesen Spaß, den ich an der Sache habe, merkt auch der Leser. Anstatt mich auf Teufel komm raus zu verbiegen, tue ich das, was mir gefällt. Oft mit einem innerlichen Grinsen, wenn ich daran denke, wie Leser oder Herausgeber bei der Lektüre reagieren.    

Natürlich gibt es bei Verlagsausschreibungen Vorgaben zu beachten. Wenn sie aber trotzdem zu mir passen, stellt das kein Problem da. Außerdem betonen Verlage auch immer wieder, dass sie sich vielseitige Einsendungen wünschen. Nichts ist langweiliger als eine Anthologie, in der sich ein die selbe Geschichte ständig wiederholt. Eure Geschichte könnte also den Unterschied machen.


Bis dahin,

Thomas.

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