Dienstag, 23. August 2016

Der Ruf des Old School Horrors

Wie immer, wenn die Kollegen fragen, wie der Urlaub war, sage ich: "Zu kurz."
Ich hatte zwei Wochen frei und somit Zeit, mal wieder einen freien Kopf zu kriegen und mir unter anderem Gedanken über das Schreiben zu machen. Eigentlich wollte ich 2016 an vielen Ausschreibungen teilnehmen und das habe ich auch getan. Ein paar muss ich nun aber auslassen. Anfang des Jahres lief es noch super, dann machten mir gesundheitliche und zeitliche Probleme einen Strich durch die Rechnung.

Und obwohl ich nun gut aufgeholt habe, habe ich in den letzten zwei Wochen irgendwann den Entschluss gefasst, es dennoch ruhiger angehen zu lassen. Wenn alles läuft, wie die Verleger und Herausgeber es sich vorstellen, werde ich dieses Jahr noch in 5 Anthologien veröffentlicht. Und für 2017 gibt es auch schon Pläne. Ich werde also bald über 20 Veröffentlichungen vorweisen können und das macht mich wahnsinnig stolz.

Dass ich es ruhiger angehen lassen will, heißt aber nicht, dass ich aufhöre oder weniger schreibe. Ich möchte mich nur mehr auf längere Geschichten konzentrieren. Kurzromane und hoffentlich bald auch einen richtigen Roman. Zwei Geschichten in diese Richtung stehen bereits in den Startlöchern und ich bin schon dabei zu recherchieren und mich inspirieren zu lassen.

Auch habe ich in letzter Zeit immer wieder das Verlangen gehabt, wieder mehr altmodischen Horror zu lesen und zu schreiben. Ich mag sowohl solchen, als auch Splatter und ich werde auch weiterhin in beiden Genres schreiben, aber es ist merkwürdig, dass es mich immer wieder zu unblutigeren Filmen und Büchern zieht. Anfang des Jahres hat mich der Film "It follows" restlos begeistert. Von da an hatte ich wieder Lust auf atmosphärischen Horror. Ich schaute mir Filme wie "Oculus" und "Still" an, die mir ebenfalls gefielen.
Herausgeber und Autor Markus Kohler fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, an einer Anthologie names "Unheimliche Geschichten" teilzunehmen. Es sollte um Spukgeschichten im klassischen Sinne gehen und es wurde extra drauf hingewiesen, dass kein Splatter gesucht wird. Der Zeitpunkt war praktisch perfekt, da ich richtig Lust hatte, mich mal wieder an solch einer Story zu versuchen. Das fertige Ergebnis wird am 31.08.16 im Karina Verlag erscheinen.
Achtung! Blödes Wortspiel: Und seitdem habe ich Blut geleckt.
Zwei Bücher, die ich im Urlaub regelrecht verschlungen habe, waren "The Dark" von James Herbert und "Nightcrawlers" von Tim Curran. Beides sind großartige Symbiosen aus harten Splatter- und Schauergeschicchten. Curran ist einer der wenigen Autoren, die es schaffen, dass ich mich beim Lesen unwohl fühle.
Und gerade eben habe ich ein Interview mit James Wan gelesen. Der Regisseur von Filmen wie "The Conjuring 1+2", "Saw", "Insidous 1+2" fühlt sich in unblutigeren Filmen wohler, als in brutalen Streifen. Es ist, als würde ich immer wieder mit der Nase drauf stoßen. Als würde mich etwas in diese Richtung lenken.

Ich habe nicht vor, ganz auf Splatter zu verzichten. Harte Horrorszenen mit fiesem Humor zu schreiben, macht mir viel zu viel Spaß. Beim Erfinden gewisser Szenen hoffe ich immer, dass der Leser genauso drüber schmunzeln kann, wie ich. Aber ich möchte mich in nächster Zeit etwas von dem Trashfaktor entfernen, der mir oft im positiven Sinne nachgesagt wird. Ich liebe Zombies, Werwölfe, Vampire, Monster in allen Formen, Farben und Größen und es wird sie auch weiterhin in meinen Geschichten geben. Aber ich möchte einen Gang zurückschalten und mich hier und da an schleichendem Horror versuchen. Gepaart mit einigen, blutigen Szenen.  

Wie schon so oft heißt es: Lange Rede, kurzer Sinn.
Viel wird sich nicht ändern, aber ich möchte als Autor immer besser werden und mich weiter steigern. Neue Dinge ausprobieren und mir Geschichten ausdenken, die es so hoffentlich noch nicht gegeben hat. Hoffentlich kann ich euch schon bald ein paar erste Ergebnisse präsentieren. 2017 dürfte es dann soweit sein.

Bis dahin,

Thomas. 

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