Montag, 11. Dezember 2017

Der Con-Marathon Teil 4: Im Nerdtopia

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Oder wenn man pleite ist ...

Nach der FearCon, dem Weekend of Hell und dem House of Horrors hatte ich eigentlich keine weitere Con in diesem Jahr besuchen wollen. Aber neben Horror sind Comics meine zweite große Leidenschaft, also zog es mich am 10.12.17 zur Comic Con in Dortmund. Mit meiner Frau Andrea, Laurent (mein Wegbegleiter beim Con-Marathon) und seiner Freundin Katha.

Die Wettervorhersage klingt nicht besonders rosig, aber von Bielefeld bis nach Dortmund ist es nicht weit. Auf der Hinfahrt gibt es also keinerlei Probleme. Auch am Einlass zu den Hallen geht es ruckzuck. Drinnen angekommen, stehen wir sofort in der Künstlerallee, wo Hobbykünstler ihre Werke ausstellen und verkaufen können. Schon früh entdecken wir den Stand der Bielefelder Illustratorin Sashka, welche uns mit ihren Bildern schon mehrmals begeistert hat. Ganz besonders haben es uns ihre weiblichen Interpretationen von bekannten Horrorfilmikonen angetan, und so wandern natürlich ein paar dieser Werke in unsere Taschen. Falls ihr einen Instagramaccount habt, könnt ihr euch ihre Bilder hier ansehen. Ansonsten mache ich euch einfach mit diesem Bild den Mund wässrig ;-)

(Frederika Krueger.)
Nur ein paar Schritte weiter finden wir den Stand der FrightGuys. Die Schlange der Leute, die sich mit ihnen fotografieren lassen möchten, ist lang! Vielleicht liegt es an der neuesten Attraktion: Eines der Mitglieder steht als Pennywise aus der Neuverfilmung von Stephen Kings "IT" bereit. Trotzdem trauen sich auch Menschen mit Clownphobie an ihn heran. Was ich an den Jungs und Mädels immer wieder sympathisch finde, ist, dass sie nicht versuchen, den Besuchern Angst zu machen, sondern einfach für Spaß und coole Erinnerungsfotos sorgen. In detailgetreuen Kostümen, denen man die Fanliebe und das Herzblut wirklich ansieht. Also, Herzblut im übertragenen Sinne. Die Liebe zum Genre und ... Ach, ihr wisst, was ich meine!

(Die FrightGuys wünschen frohe Weihnachten.)
 Es zieht uns weiter zu den Stargästen. Robert Englund, Peter Weller, Darsteller aus "Harry Potter" und "American Gods" sitzen für Autogramme bereit und auch hier sind wieder lange Schlangen. Später bekomme ich mit, dass jemand zwei Stunden für ein Autogramm von Englund angestanden hat. Das nenne ich Durchhaltevermögen. Laurent steigen die Tränen in die Augen, als er mit Carl Weathers eine Szene aus "Predator" nachstellen darf und kehrt glücklich mit einem Autogramm zurück.
Ricky Whittle aus "American Gods" sitzt als einziger nicht hinter dem Tisch, sondern steht davor und empfängt jeden Fan, der zu ihm kommt, mit Handschlag oder einer Umarmung. Und er nimmt sich viiiiel Zeit zum Reden. Wer ein Autogramm will, muss etwas warten, aber ich finde es toll, dass er seinen Fans sichtlich dankbar ist und nicht jeder im Schnelldurchlauf abgespeist wird. Mit 100 € pro Autogramm bricht Wentworth Miller aus "Prison Break" jeden Rekord dieses Marathons. Selbst Bruce Campbell, der 2018 zum Weekend of Hell in Dortmund kommt, nimmt "nur" 70 €.


(Laurent im Gespräch mit Ricky Whittle.)


(Nach etwas Überredungskunst traute sich auch Katha auf das Foto.)
An den Verkaufsständen dürfte jeder etwas gefunden haben, denn es gab genug Auswahl für Fans von allen möglichen Superhelden, Mangas, Filmen, Serien, Videospielen und so weiter. Bei einem Besuch 2015 fand ich es schade, dass es nur so wenige Comics zu kaufen gab. Merchandise schön und gut, aber irgendwie fehlte mir damals etwas. Das hat sich inzwischen sehr positiv geändert. Mein Fanherz schlug höher, als ich für wenig Geld Ausgaben der zweiten "Ghost Rider" Serie von Marvel aus den Neunzigern gefunden habe. Eine meiner absoluten Lieblingsserien.

(Hell yes!!!)

(Eine wunderbare Hommage an Judge Dredd und weitere Kindheitserinnerungen.)
Bei einem kleinen DVD-Bereich wundern wir uns darüber, dass fast nur gebrauchte Ware und Bootlegs angeboten werden. Nur ein Händler hat vernünftige Neuware. Gekauft wird hier trotzdem nix, also weiter. Zwar ist es recht voll, aber nie wirklich unangenehm. Man kommt überall dran, muss vielleicht mal ein paar Sekunden warten, aber damit war ja zu rechnen. Der Samstag soll deutlich schlimmer gewesen sein. Von mehreren Bekannten habe ich gehört, dass die Hallen wegen Überfüllung geschlossen werden mussten. Etwas schade finde ich auch, dass die Securitys zwar bei den Stargästen bereit standen, es aber scheinbar keine zwischen den Verkaufsständen gab. Natürlich will man sich als Besucher nicht ununterbrochen beobachtet fühlen, aber an den Ständen waren oft nur zwei Verkäufer, die es mit unüberschaubaren Besucherandrängen zu tun hatten. Ein paar Wachleute in ziviler Kleidung, die nach Langfingern Ausschau halten, sollten wirklich drin sein. Bei einem Zwischenfall dauerte es nämlich viel zu lange, bis solche endlich eintrafen. Auch hätte irgendwo erwähnt werden können, dass Peter Weller nicht den ganzen Tag anwesend ist. Laurent, der sein Autogramm schon per Vorkasse bezahlt hatte, bekam seines dank eines freundlichen Mitarbeiters trotzdem noch.

Am Stand von PlemPlemProductions entdecke ich die erste Ausgabe von "Shark Farmer". Ich liebe schräge Ideen und habe sogar die Möglichkeit, den anwesenden Zeichner/Autoren um ein Autogramm zu bitten. Auch "Riot" sieht extrem cool aus. Die freundliche Verkäuferin erklärt zu jeder Serie, worum es sich handelt und da "Riot" von einem Anti-Helden erzählt, wird diese Erstausgabe ebenfalls eingepackt. Schön zu sehen, dass auch deutsche Künstler Fuß auf dem Comicmarkt fassen.

(PlemPlem halt.)
Es wird Zeit, sich auszuruhen. Die Kritikpunkte sind für mich als Besucher überschaubar. Zwar hätte ich noch viel, viiiiiel mehr kaufen können, aber Platzgründe und vorangegangene Cons fordern ihren Tribut. Dennoch macht es Spaß. Jeder von uns findet etwas für sich. Manchmal sogar Sachen, die man schon lange haben wollte. Hier und da treffen wir ein bekanntes Gesicht, das uns bei unserem Con-Marathon einmal oder mehrmals begegnet ist, es wird oft geplaudert und gelacht.

(Keine Ahnung, was mit Laurent nicht stimmt, aber ich bin erschöpft und glücklich.)

Auf dem Weg zum Ausgang bleiben wir noch mal bei den FrightGuys stehen, quatschen uns regelrecht fest, und ich möchte nicht zu viel verraten, aber dabei ging es auch um ein gemeinsames Projekt, auf das ich mich sehr, sehr freue. Dank dem Wetter dauert die Rückfahrt dreimal solange wie normal, aber die Zeit vergeht wie im Flug, da wir trotz des Staus viel zusammen lachen. Schon jetzt freue ich mich auf das Weekend of Hell im April 2018 und auf die Leute, die ich dort wiedersehen werde.

Zum Abschluss des Con-Marathons 2017 noch der historische Moment, der Laurent fast zum Weinen gebracht hätte. Und sein Bewerbungsfoto für die FrightGuys. Laurent, ich drück dir die Daumen und hoffe auf ein Foto mit Pennywise, Captain Spaulding und Wolverine. Oder was auch immer das ist ;-)

(Dillon, you son of a ...)


(Demnächst bei den FrightGuys: Wolverine.)

Bis dahin,

Thomas.



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